Pfennigkrug 36 das erste Haus in der Straße `Pfennigkrug´
Zusammengestellt aus den Unterlagen im Beringstedter Archiv und ergänzt mit Erinnerungen von Annelene Kröber, geb. Sievers, sowie mit Bildern, die vom heutigen Besitzer zur Verfügung gestellt wurden.
Flurnamen (FN) -Erklärung:
Pennikroog auch Penningkroog oder Pennikrooch. Penni = Pfennig, wahrscheinlich Steuerpfennig, auch sonst in FN häufiger z.B. Pennigbarg, Pennigwisch, Pennigdiek. Mit pennen oder Pennbroder hat der Name nichts zu tun. Kroog oder krooch = Ecke, Winkel.
Die frühere im allgemeinen genutzte Namens-Erklärung, dass hier ein Krug (= Gasthaus) gestanden hat, bei dem man für einen Pfennig einen Schnaps bekam oder für die Benutzung des Weges nach Lütjenwestedt zu zahlen hatte, ist ganz unwahrscheinlich, denn dieser Weg wäre die meiste Zeit des Jahres nicht passierbar gewesen.
Wegen dem Beringstedter Moor und der Fuhlenau an der Grenze zum Lütjenwestedter Gebiet.
Da ist der Steuerpfennig schon eher eine annehmbare Erklärung.
(Die Quelle dieser Vermutung (schwarz gedruckt) wurde niedergeschrieben auf einem Schriftstück, das sich im Beringstedter Archiv befindet, Verfasser nicht bekannt)
Wahrscheinlich stand hier ursprünglich eine Hütte oder ein Stall bzw. ein Unterstand für den Dorfhirten. Und `Kroog´ oder `Krooch´ (plattdeutsch gesprochen) bedeutet, wie oben erklärt, Ecke oder Winkel und nicht Krug (Ein Gefäß für Flüssigkeiten oder auch die Benennung einer Gastwirtschaft. Auch wenn dies im heutigen Namen `Pfennigkrug´ so geschrieben wird ! Dies wurde wohl beim Übergang vom Plattdeutschen ins Hochdeutsche falsch übersetzt.)
Und die Deutung, Ecke bzw. Winkel paßt zur Lage des Grundstücks bzw. des Gebäudes. Somit ist die obige, allgemein genutze Erklärung des Namens widerlegt. In den Köpfen vieler älterer Beringstedter ist sie aber noch allgegenwärtig.
Im „Heimatbuch des Kreises Rendsburg“ (gedruckt 1922) steht auf Seite 653 folgendes geschrieben:
Der Pfennigkrug ist eine kleine ausgebaute Landstelle nordwestlich von Beringstedt an dem Weg zum kleinen Moor. Der Name wird dadurch gedeutet, daß hier einst eine Waldhütte des gemeinsamen Viehhirten gestanden hat, der für einen Pfennig vorübergehenden einen Wacholderkümmel reichte.
Dieser Text wurde seinerzeit vom Dorflehrer Max Göttsche für das Heimatbuch so angegeben.
Mit dem gemeinsamen Viehhirten ist Todenbüttel gemeint, da auf der südlichen Seite der Au in Todenbüttel ein bewirtschafteter Hof liegt und deshalb ein gemeinsamer Hirte hier wirkte.
Siehe hierzu diesen Kartenausschnitt :
Dieser alte Karteausschnitt von 1880 zeigt, dass es zu jener Zeit im Pfennigkrug nur ein einziges Gebäude gegeben hat. Nördlich der Bahnstrecke gab es somit nur 2 Häuser (Saar 38 und Pfennigkrug 36). Das Bahnhofsgebäude lag damals noch auf der Nordseite der Gleise, das jetzige Bahnhofsgebäude auf der Südseite wurde 1903 gebaut.
Ein Eintrag in der Dorf- und Schulchronik am 28.11.1938:
Eine neue Chaussee wird nach dem Pfennigkrug gebaut.
Der Pfennigkrug ist heute am oberen Ende zur Straße `Saar´ hin zweigeteilt (siehe nachfolgenden Kartenausschnitt). Die nördliche Straßenseite gehört bis zur Hälfte zum Todenbüttler Gebiet. Die südliche Seite ist Beringstedter Gebiet. Dies ist bis zum Haus Nr. 8 der Fall. Zu sehen auch an den 2 Straßenschildern an der K82: Pfenningkrug und Pfennigkrug (einmal für Todenbüttel und 1 x für Beringstedt.
google maps, streetview 2026
Das Ganze rührt vermutlich aus einer Zeit her, als das Grenzgebiet zwischen Beringstedt und Todenbüttel nicht ganz klar und umstritten war. Damals, um 1660 bis 1696 herum, gab es einen Streit zwischen den beiden Gemeinden, der über längere Zeit andauerte. Ein Gottes-Urteil hat damals dieses Gebiet den Todenbüttlern zugesprochen. Siehe hierzu die Geschichte `De rode Slang´ (Historisches, Chronik).

Die grüne Linie ist der heutige Grenzverlauf zwischen Beringstedt und Todenbüttel. Es war früher bewaldet. Siehe Kartenausschnitt ganz oben.
Nun zur Hausgeschichte:
Auf dem heutigen Hofgrundstück gibt es eine starke Quelle mit sehr gutem Wasser. Dies war hier sicherlich bereits der Fall, als es nur eine kleine Hütte bzw. einen Unterstand gab.
Siehe Kartenausschnitt von 1880.
Das erste Haus im Pfennigkrug ist das Haus Nr. 36

Dieses Bild wurde von Udo Schröder (im Sommer 2026) zur Verfügung gestellt.
Wann dieses Bild aufgenommen wurde ist nicht mehr bekannt.
Laut einer Aufstellung, gefunden im Beringstedter Archiv, waren hier folgende Personen Hausbesitzer:
1870 Christian Sievers Weber und Käthner
Es folgte:
1891 Heinrich Alpen Kleinbauer
und Ehefrau Wiebke, geb. Sievers
Zuvor (um 1874) war Heinrich (oder auch Hinrich genannt) Alpen Knecht (Arbeiter) auf dem Hof der Familie Bruhn
(Hof Friedenstr. 18, später Hof Krey, heute Matthias Paulsen)

Anfangs hatte das Haus ein Reetdach:
1911 heißen die Bewohner
Johann Claus Matthias Schröder, Landmann und/sowie
Johann Schröder der Jüngere.
Anmerkung: Bei der Bahnhofsgeschichte gibt es ein altes Bild auf dem der Name Schröder auftaucht. Er ist zu dieser Zeit Bedarfswart …

Die ersten vier Männer Wichmann Adolf Bedarfswart
sind namentlich nicht bekannt -Viehhändler- Wieben Schröder
Da auch im weiteren Verlauf der Haus-Geschichte der Name Johann auftaucht, ist dieser Herr Schröder (Bedarfswart, Senior oder Junior, auf dem Bild vermutlich Johann mit Vornamen) der Vater von dem nachfolgenden Wilhelm Schröder. Dies müßte jedoch mit einer Genealogischen Nachforschung in den Kirchenbüchern von Todenbüttel nachgesehen werden. Leider wurden diese Unterlagen bereits ausgelagert ins Kirchenarchiv, lt. Aussage des heutigen Pastors -2026-.
1929 wird der Anbau erstellt.
1930 heißt der Besitzer Wilhelm Schröder er ist Bauer (Landwirt)
verheiratet mit Else, geb. Rohwedder. Sie verstarb früh.
In zweiter Ehe heiratet er Magdalene geb. Sievers
Sie brachte den unehelich geborenen Sohn Claus mit in die Ehe. (siehe Aukamp 12)
Sie ist die Schwester zu August, Carl und Hinrich Sievers. Siehe dazu die Hausgeschichten: `Im Eck 6´ und `Saar 37´. Hinrich Sievers zog später nach Uchte, August und Carl blieben in Beringstedt.
In den Jahren 1968/69 wohnte Magda Schröder (Witwe) eine Zeitlang zur Miete auf dem Hof Wobig (Seegen 2). Dort gab es kein Badezimmer, nur ein Haus mit Herz, wie es damals üblich war. Es gab auch noch kein Schlafzimmer, man schlief im Alkoven (Schrankbett).
Es folgt:
Johann Schröder *1929 +2008 verheiratet mir Herta, geb. Kruse, vom `Saar´ in Beringstedt, Haus Nr. 30
In den Jahren 1968/69 wohnte Magda Schröder eine Zeitlang zur Miete auf dem Hof Wobig (Seegen 2). Dort gab es kein Badezimmer, nur ein Haus mit Herz, wie es damals üblich war. Es gab auch noch kein Schlafzimmer, sie schlief im Alkoven (Schrankbett).
Ein Bild von der Dach-Aufstockung 1958 im Pfennigkrug

Das Haus wird nach und nach immer weiter um- und ausgebaut.
Anmerkung: Die heutigen Enkel können sich erinnern (2026), daß es in ihrer Kindheit den Opa Wilhelm Schröder gab und noch einen weiteren `lütten Opa´, der so benannt wurde. Es lag wohl auch mit an seiner Körpergröße oder, weil beide Willem hießen … ?!. Daran konnte sich jedoch auch Annelene Kröber nicht erinnern. An Lütten Opa schon, jedoch nicht an seinen Vornamen.
1990 wird der ehemalige Schweinestall zum Wohnraum.
Und die ehemalige Diele wird ebenfalls zum Wohnraum umgebaut.
Dort wo heute die Haus Haustür ist, war einst das Dielentor (siehe Bild oben).

Aufnahmen: Sommer 2026
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