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Der Seegensgang

Im Heimatbuch 1, Seite 82, steht folgendes zu dem Weg Seegensgang, geschrieben von Schülern der Schule Beringstedt und übertragen ins Heimatbuch:

Der Gang

Es ist ein herrlicher Augustmorgen. Goldig scheint die liebe Sonne vom bewölkten Himmel. Die liebliche Natur lacht im duftenden Grün. Ich wandere nun einmal den Gang entlang. Dieser führt vom Friedenstor (*1) bis J. Hadenfeldt´s Haus (*2). Bei diesem Hause beginnt auch meine Wanderung.

Zur rechten und zur linken Seite ist eine Ebene mit rosablühende Heideglöckchen. Dort in den grünen, weißstämmigen Birken singen die Vöglein ihre Morgenlieder. In der nahen Moorkuhle schnattern die Wildenten. Dort von der Moorkuhle leuchtet das lichte Wollgras. Schau, dort vom Rande der Birkenschonung sitzt ein Häslein und macht Männchen. Sieh´nur, dort beim jetzigen Friedenstor kommt ein Kuhjunge mit seinen Kühen. Er treibt sie auf jene magere Weide. Jetzt entfernt er sich mit lautem Peitschengeknall. Hier, an dem Graben zu beiden Seiten des Ganges wachsen viele Blumen und Kräuter. Ich setze mich in einen kühlen Schatten und denke zurück an vergangene Zeiten.

(weiter geht es auf Seite 83, anderes Schriftbild)

Vor 100 Jahren war dieser Gang noch nicht fahrbar (*3). Nur Menschen und Tiere konnten ihn passieren. Daher kommt der Name „Gang“. Es waren große Schmutzlöcher im Weg. Diese waren gefüllt mit schwarzem Wasser. Bald sahen die Bauern ihren Vorteil darin, den Weg ausbessern zu lassen. So wurde er im Jahr 1776 gemacht. Die Moorkuhlen, welche man hier sonst sah, wurden zugeschüttet. Die blühende Heidefläche wurde zu Weiden gemacht, die schlanken Birken, die Wohnung des Kuckucks, wurden niedergeschlagen. Dort, beim alten Schlagbaum, stand vor einigen Jahren ein Wegmeister. Dieser zeigte die Richtung Schenefeld, Hanerau, Rendsburg. In den Jahren 1885 – 1900 wurde die Steinstraße ganz bis zur Chaussee fertig gemacht. (*4 + *5)

Jetzt sehe ich eine Steinstraße vor mir. An beiden Seiten sind grüne Knicks. In diesen Knicks singen die lustigen Vögelein. An den Seiten des Knicks ist frisches grünes Gras. Dort weiter hinauf fressen die meckernden Ziegen von den saftigen Kräutern. Den oberen Teil des Ganges bildet noch jetzt das Friedenstor. Frei und unerschütterlich wachsen diese Eichen. Geheimnisvoll rauschen sie mit den grünen Zweigen, als ob sie sich erzählten von vergangenen Zeiten.

Angefertigt von Frieda Sievers  (1926)

(*1)    Das `Friedenstor´, zwei Eichenbäume stehen heute noch an der Einmündung zum Weg `Wesfladen´. Nach dem Krieg, der 1871 endete und durch die allgemeine Freude über den errungenen Sieg, wurden hier diese zwei Eichen gepflanzt. Ebenso wie die Eichen, die in der `Friedensallee´ stehen.

(*2)    Das Haus des Herrn Jürgen Hadenfeldt ist heute (2026) der Hof Solterbeck, Friedenstraße 16 (siehe Hofgeschichte).

(*3)    …damit ist die Zeit vor 1800 gemeint.

(*4)    Dieser Wegweiser stand an der Einmündung des `Seegensgang´ in die `Friedenstraße´. Vermutlich stand an der Einmündung zum `Seegen´ auch ein Wegweiser, denn diese Chaussee wurde viel befahren.

(*5)    Mit der Chaussee ist die Straße `Seegen´ gemeint. Sie führte von `Ohrsee´ (Gokels) bis nach Barlohe. Chausseen wurden im Allgemeinen so benannt, weil sie die hauptsächlich befahrenen Straßen waren und viel genutzt wurden. Sie sind auch die ersten, die dann weiter ausgebaut wurden.

 

In einem weiteren Bericht (Quelle Beringstedter Archiv) steht geschrieben, daß der Seegensgang einst zum Wesfladen hin entwässert wurde. So wurde dieser `Gang´ mit seinen Moorkuhlen trockengelegt und später weiter ausgebaut. Die blühenden Heideflächen werden später im `Beringstedter Heimatlied´ besungen (Oft gesungen vom Beringstedter Chor zu verschiedenen Anlässen). Es gab auch noch weitere Heideflächen, z. B. auf dem `Fohr´, die dann durch die intensive, landwirtschaftliche Bewirtschaftung verschwunden sind.

 google maps 2022

Das Haus Nr. 15 stand als erstes am westlichen Ende vom `Gang´. Es gehörte zur Familie des Jürgen Hadenfeldt und wurde für eine Tochter gebaut. Damals war Herr J. Hadenfeldt Betreiber der Ziegelei.

Da nächste Haus Nr. 10 wurde dann von Frau und Herrn Burblies gebaut um 1960, gefolgt von Haus Nr. 8, daß von Frau und Herrn Kaufmann gebaut wurde.

Erst in den 1970ern kamen dann die Häuser auf der südlichen Seite der Straße hinzu.

 

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