Girlande Vogelschießen

 

1890 wird in der alten Schulchronik zum ersten mal das

„Fest des Vogelschießens und Eierlaufens

erwähnt, das dann wohl alljährlich stattfand.

Erst viele Jahre später -nach dem 2. Weltkrieg- wird wieder ein Kinderfest in der Schulchronik erwähnt:                Schuljahr 1956/57            Auf einer Elternversammlung (am 16.5.) wurde beschlossen, das Vogelschießen jeweils Mittwoch vor Himmelfahrt abzuhalten. Es fand in der üblichen Form am 1./2. Juni mit Tanz auf beiden Sälen statt.

Ab 1952 gibt es Bilder zu diesem Ereignis,

gesammelt und beschriftet in einem Fotoalbum, das sich im Beringstedter Archiv befindet:

1952 Dornröschenwagen König Rainer Wasmund mit Zylinder

Der Dornröschenwagen fährt durchs Dorf.

Hinten mit schwarzem Zylinder der König: Rainer Wasmund

 

1952 Königin Gerda Hinz König Adolf Trede

1952      Königin: Gerda Hinz, König: Adolf Trede

werden in einer Kutsche von Heinz Breiholz durchs Dorf gefahren. Neben ihm seine Söhne: Jürgen und Hans-Peter.

 

1953 Vogelschießen Umzug

Umzug mit Königskutsche und Musikkapelle, hier: Saar

Friedenstraße gleich hinter dem Ehrenmal (wenn man Richtung Ortsausgang nach Puls fährt, vor der heutigen Reithalle) stand diese alte Kate auf dem Hof Mehrens, bis sie, wg. Baufälligkeit, ca. 1970 abgerissen wurde. Sie war bis zu diesem Zeitpunkt eine der ältesten Katen in Beringstedt. Beim Abriss wurde ein Balken entdeckt, der das Datum 1740 trug, wohl das Baujahr dieses Hauses. Sie diente einst der Familie Lucht als Altenteilerkate. Da die Geschwister Lucht keine Nachkommen hatten (siehe Hofgeschichte), wurde der Hof an Eggert Mehrens übergeben. Die Mutter seiner Frau Gretchen war eine geborene Lucht. Der Mit-Vorbesitzer Eggert Lucht ist 1925 verstorben. In diesem Zusammenhang kam es wohl zur Hofübergabe. Weitere Details hierüber sind nicht mehr bekannt. Höchstwahrscheinlich wohnten die beiden anderen Geschwister von Eggert Lucht: Hans und Lena Lucht bis zu ihrem Lebensende in dieser, zum Hof gehörenden Altenteilerkate.

Alte Kate Mehrens 2

In den Nachkriegsjahren wurde das Haus von Frau Molkenthin bewohnt. Sie kam 1945 als Heimatvertriebene aus dem Osten nach Beringstedt.

Danach wohnte hier Hermann Rößler mit seiner Frau Erika, bis sie ca. 1970 ein eigenes Haus im Amselweg bauten (Haus-Nr. 5).

Das obige Bild wurde 2018 von Herrn Rolf Ehlers, wohnhaft in Bad Salzdetfurt, zur Verfügung gestellt (Er ist der Sohn des ehemaligen Dorflehrers von Beringstedt). Neben seiner Tätigkeit als Lehrer war sein Vater Hobby-Fotograf und hat viele Bilder vom damaligen Beringstedt aufgenommen, so auch dieses vom damals ältesten Haus in Beringstedt (wie Herr Ehlers zu diesem Bild notiert hat). Bis ca. 1965 wohnte er im Schulgebäude auf dem Schulberg, folglich entstand das Foto vor 1965. Heute (2020) steht an Stelle dieser alten Kate eine kleine Werkstatt, die hier auf den damaligen Grundmauern des alten Hauses errichtet wurde, gleich rechts neben der heutigen Reithalle.

Die Dorfkapelle   Ha Si Vo Pa

Musikkapelle HaSiVoPa

Mitwirkende waren:   von links

August Sievers mit Geige Im Eck  (Maler, Onkel von Annelene Kröber)
Ernst Hadenfeldt Akkordeon Saar 8 (Tischler, Vater von Claus Hadenfeldt)
Eduard Voß ebenfalls Geige Steinbergstr. 6 (Vater von Max Walter Voß)
Willi Pahl Schlagzeug Im Eck 4 (siehe Bild oben, vor seiner Haustür)

Ein Bild aus der Vorkriegszeit, zur Verfügung gestellt (im Jahr 2020) von Max Walter Voß (Sohn von Eduard), aufgenommen vor der Haustür des Eckhauses, Im Eck 4.


 

Als man noch selbst das Brot gebacken hat

Bis sich einzelne Bäcker im Dorf selbständig machten (siehe Ende dieses Berichtes) und ihren eigenen Laden betrieben, wurde auf den einzelnen Höfen das Brot selbst gebacken. Auf einigen Höfen wurde dies noch bis in die 1960/70er Jahre hinein getan. Besonders in der Nachkriegszeit, als in Beringstedt viele Heimatvertriebene untergekommen sind war dies eine gewichtige Tätigkeit. Gertrud Keller, geb. Nagel, berichtet, dass ihre Familie damals von Helene Sierk einmal pro Woche mit Brot versorgt wurde. Die Familie Nagel war in der Altenteilerkate des Sierk-Hofes untergebracht worden und Gertrud kam, als damals 14-jähriges junges Mädchen, gleich bei Frau Sierk in Stellung. Sie sagte dann: "Ick sech ju dat nur eenmol: Een Brot von dat ganze is för ju." Dieses Angebot wurde dankend angenommen, denn es fehlte ja an allem zu damaliger Zeit. Und weiter wurde das Thema dann auch nicht vertieft.

Auf jedem Hof gab es hierfür ein eigenes Backhaus.

Davor war es üblich, wie es auf dem Bild unten zu sehen ist, dass das Brot in einem -unter freiem Himmel- stehenden Stein-/Lehm-Ofen gebacken wurde. Dieser Ofen war wohl auch frei zugänglich für andere Dorfbewohner, die keinen eigenen Ofen besaßen. Oder es wurde für sie mitgebacken. Diese Tätigkeit übernahmen ganz oft die Altenteiler. Sie hatten die nötige Erfahrung und auch die Zeit dafür, denn es dauerte incl. Vorbereitung einen ganzen Tag.

 Backofen bis 1920

Ob es von diesen Backöfen mehrere in Beringstedt gab ist leider nicht bekannt. Auch nicht wo genau sich dieser befunden hat. Da dieses alte Bild von Hans Christian Wendell zur Verfügung gestellt wurde ist anzunehmen, dass er in der Nähe des alten Wendell-Hofes gestanden hat.

Alte Flurnamen    in der Gemarkung Beringstedt nach Herkunft oder Deutung

Plattdeutsche Bezeichnungen (übliche Allgemeinsprache seinerzeit in Norddeutschland) und ihre Deutung entsprechend der Auflistung von Flurnamen, bevor eine Aufkoppelung (namentliche Benennung und Eintragung der Eigentümer) stattfand und im Kataster aufgelistet wurden.

Das Vermessen (verkoppeln) nahmen meistens orts- und z.T. auch sprachkundige landfremde Land- und Feldmesser vor. Dabei wurden die ursprünglich nieder- oder plattdeutschen Flurnamen zum großen Teil ins Hochdeutsche übertragen und dabei vielfach so entstellt, dass die ursprüngliche Bedeutung verlorenging. Dasselbe wiederholte sich in den Jahren 1868 bis 1872, nachdem Holstein preussisch geworden war und die Flurkarten und Erdbücher neu herausgegeben wurden, wobei eine große Zahl von Flurnamen überhaupt verschwanden in den Büchern. Im Volksmund blieben sie aber zum Teil noch erhalten.

Wer die nachfolgende Liste mit alten Flurnamen erstellt hat wurde leider nicht festgehalten. Es muss jedoch jemand gewesen sein, der sich intensiv damit beschäftigt hat. Evtl. ein Dorflehrer (?). Es war auf jeden Fall jemand, der mit Claus Daniel Hadenfeldt gesprochen hat. 

Anmerkung von Herrn Herbert Jürß:       

  1. In Beringstedt waren keine fremden Vermesser.
  2. In den Jahren 1868 bis 1872 sind Flurnamen in den Flurkarten verschwunden          

 

Abkürzungen:   Fkt = Flurkarten von B., ON = Ortsnamen, PN = Personennamen, FN = Flurname

Allgemeines:      Ackerland            hoch gelegen, ackerfähig, trocken, fruchtbar.  Esch, Kamp, Rüm (dänisch auch Römm), Lann, Feld, Stücken, Spann,                                                                                 Koppel, Ohe, Ohrt, Tange, Geest (oder Gaste)

                       Wasser oder Feuchtgebiete        Segn, Soll, Saal, Siek, Sichten, Vie oder Veh, Born, Furt, Fohrt, Weddel, Wedel, Hue, Pott, Diek, Rönne

                       Wiesenland        Mede, Meewisch, Vie, Vieh, Feh, Feen, Ohe, Aue

                       Heide                Heide, Heid, Vierth oder Viert

                       Waldbestand    Wohld, Hölln, Holln, Holt, Hassel, Hagen, Horst, Loh, Hesel, Heise, Struck, Busch, Staf, Bast, Brook, Raa, Ratjen, Rehm, Stubben, Kolln                                                    Kahln, Kohlstä, Ek, Bök, Eller, Weten Wetjen, Dorn, Dör

Auflistung nach Alphabet:

 Aaskuhl            Nicht in der Fkt. Kuhle, Grube, in die man verendetes Vieh (Aas) vergrub. Auch Schindacker genannt.

-Es gab ja noch keine Viehverwertungsanlagen-.

 

Aukamp            Äcker/Felder an der Todenbütteler/Osterstedter Au. Der Name wurde auch auf die Sumpfwaldungen ausgedehnt.

Breeloh             oder Bredloh = Bre = breed = breit,         loh oder lo = Waldstück

Breehorn           wie vor, jedoch horn = Ecke, Winkel, Halbinsel

Bumborn           oder Boomborn/Buumborn = Baum. Nicht in der Fkt. Dieser Begriff kommt in Holstein zu jener Zeit häufig vor. Mehrere Deutungen sind möglich:

  1.                Boom, Buum = Baum
  2.                Bonde oder Bunde = Bauer oder Hufner, der seine Stelle mit vollem Eigentumsrecht besitzt. Bondenfreie Bauern (aus dem Dän.) auch in Holstein häufig, z.B. Bondenschaften, Bondenholt, Bondenkoppel
  3.                Buurn = der Bauernschaft gehörig, sehr häufig als FN in Verbindung mit hof, holm, feld, graben, rade, bek, koppel, pool, knüll. Also Buurnborn = der Bauernschaft gehörender Born = Brunnen, Quelle, Viehtränke

Bärkamp          oder Perkamp. Mit den Bären hat der Name nachweislich nichts zu tun. Deshalb wohl eher Pferdekamp, da gegenüberliegendes Gelände Swienskamp (Schweinekamp) heißt. In der Fkt ist der Name aber mit Bergkamp ausgewiesen, obwohl von der umliegenden Gegend kaum von einer Anhöhe oder gar einem Berg die Rede sein kann. Es sei denn, dass das sanfte Absinken des Geländes zur FohrsAu als Berg angesehen wird. Kamp, hierunter versteht man auch die unter allen Dorfbewohnern verteilten schmale Ackerstreifen, vielleicht vormals auch gemeinsamer Hufnerbesitz. Diese könnten durchaus einmal zusammengehört haben und wurden bei Vererbung aufgeteilt.

Bisprak             Fehlt in der Fkt. Bis 1799 gab es das Beispruchsrecht, was so viel heißt wie Vorkaufsrecht. Jedoch ist es ein allgemeiner Begriff und keinem Flurstück zugehörig.

Börgerwisch      Bürgerwiese

Brakloh              richtig wohl Braakloh

  1.                 Braak =Brache, gepflügtes aber nicht bestelltes Feld, das sich regenerieren soll und deshalb vorübergehend brach gelegen hat.
  2.                 Braak=Flachsbreche

                           Beide Deutungen sind möglich.    Loh =  altes indogerman. Wort: loh, lo, loo = Waldlichtung oder freier Platz im oder am Walde

                           Braakloh sehr zahlreich in ON und FN

Butterborn         hat sicher nichts mit Butter zu tun, wohl aber mit gutem Boden oder mit „buten“ = außen (vgl auch büters =äußerst). Born = Quelle

Brink                     erscheint nicht als FN. Kommt nur in Holstein vor. Brink = erhöhter Grasplatz, auch Dorf- und Spielplatz, vgl auch Brinksitter für Kätner.

Boartenkrog      nach C.D. Hadenfeldt Bortenkrog. Deutung nicht möglich, möglich ist aber

                                Bor         =             Erhöhung zwischen zwei Wasserläufen, Landzunge

                                kroog    =             richtig eigentlich `krooch´ = Ecke, Biegung, Winkel, Bucht

                                Kein Zusammenhang mit Kroog = Krug = Topf oder Gastwirtschaft, mit diesen nur deutlich gleich. Kroog und Krooch sonst im Niedersächsischen nicht bekannt.

Badkuul             Nicht in der Flurkarte. Statt kuul auch kuhl = genügend tiefe Stelle zum Baden oder Viehtränken in einem Wasserlauf.

Dreeangel          vereinzelt auch Triangel = unbebauter dreieckiger Platz oder Rasen im Dorf, auch unbebaut auf dem Acker.

Dehlen               so in der Fkt, richtig wäre `Deelen´. Deel = Anteil und Landteil. Häufig als ON und FN Deeln bei Wedel, Bredendehl, Ackersdehl, Dehlwisch, Breedde

Diekkoppel        wörtlich übersetzt = Teichweide, eine Verbindung mit Deich scheidet aus.

                                Diek = Teich. Für Teich gab es viele Namen z.B.: Soll, Wehl, Pool, Kolk, Huhl, Born, Dränk, Graff, Blenk, Siel

Ellerrehm           richtig Ellerrem. Eller = Erle (Schwarzerle), rem = schmaler Gehölzstreifen in der Feldmark. rem oder rehm = immer Rand, Einfassung (Rahmen)

Beringstedter Einwohner, die sehr alt geworden sind:

Die Notiz (Kopie) fand ich in den von Herbert Jürß gesammelten Unterlagen. Sie stammt von Herrn Otto Bolln 

99 Jahre Sieberkrob a

99 Jahre Sieberkrob b

Diese Anzeige mit der dazu geschriebenen Aussage hat mich inspiriert weiterzuforschen, welche Beringstedter Bürger ebenfalls sehr alt geworden sind.

Bisher bin ich auf folgende Daten gestoßen:

Hans Hadenfeldt             *1784 +1874            90 Jahre

Hans Christian Wendell     *1814 +1902           88 Jahre                   Eichenweg 3

Hans Hadenfeldt             *1811 +1907            96 Jahre                   

Claus Ott                       *1867 +1957            90 Jahre                    heute Hof Trede/Goerzen

Hinrich Sieberkrob          *1869 +1968            99 Jahre                    Saar

An der Beringstedter Bahnlinie gab es einst  sieben  Bahnübergänge. Heute sind es noch  vier.

Von Westen kommend sind es gewesen:

1. Reiherstieg, Brücke über die Bahnlinie hin zur Wischkoppel (Fischteiche)

2. In der Verlängerung vom Mückenhörn (Spurbahn) hinüber zur heutigen Sandkuhle im Holsten

3. Mückenhörn - Holsten

4. Steinbergstraße - Saar   im Dorf beim Bahnhof

5. Osterhof, beim Hof Trede

6. zwischen Osterhof und Osterbrook, dieser ist auf der alten Karte von 1965 verzeichnet

7. Osterbrook, Specht (Bärentreff, Lager und online-Handel für Gummibärchen und mehr)

 

Nach der Flurbereinigung wurden die drei (rot markierten) Übergänge überflüssig, weil die Landflächen der einzelnen Höfe zusammengelegt wurden, was dazu führte, dass einige Feldwege aufgelöst wurden und/oder heute anders verlaufen. Dies ist sichtbar auf der alten Karte (Stand 1965) im Flur der Mehrzweckhalle. Die alten Übergänge sind hier noch alle eingezeichnet und somit für uns heute nachvollziehbar festgehalten worden.

Übergänge Bahn 2

 

Wie in vielen Dörfern der Umgebung so gab es auch in Beringstedt Storchennester.

In einem Bericht über den Hof Martens (In der Marsch 3) erzählt Otto Bolln -in seinen schriftlichen Aufzeichnungen seines Geburtsortes Beringstedt- von einem Storchennest, das auf der Giebelspitze des alten Bauernhauses Martens gewesen sein soll. Dieses Gebäude war lt Balkeninschschrift im Jahr 1776 erbaut worden. (Bereits 36 Jahre früher wird im Jahr 1740 ein Jasper Veers als Besitzer dieser Hufe genannt. Seine Tochter Trien heiratet im Jahr 1769 Claus Martens. Demnach stand hier bereits vorher auch schon ein altes Haus, dass dann erneuert wurde oder 1776 ein Umbau stattgefunden hat...).

Auf der Giebelspitze des -in alter holsteinischer Bauweise- errichteten Hauses hatten bereits sehr viele Storchgenerationen genistet und das Nest immer weiter ausgebaut. Am Ende soll es so riesig gewesen sein, dass das Dach förmlich unter ihm zusammenzubrechen drohte.

(Diese dürfte wohl eher daran gelegen haben, dass die Balken des Daches morsch wurden, denn dieser Hof gehört zu den ältesten in Beringstedt und war auch mit einer der größten Höfe im Dorf. Außerdem kannte der Berichterstatter, Otto Bolln, diese Geschichte auch nur vom hörensagen und das Gerede der Leute entspricht nicht unbedingt der ganzen Wahrheit. -Anmerkung der Schreiberin dieses Berichts-).

Viele Wagenfuhren sollen für den Abtransport des Nestes nötig gewesen sein.

Im Jahr 1903 wurde ein neues Wohngebäude am heutigen Standort errichtet und bezogen, so wie es hier auf dem Bild (hinter dem Baum) erkennbar ist. Danach ist somit das alte Wohngebäude abgerissen worden, was dann im Zusammenhang mit der Abfuhr des alten Storchennestes steht. (Das erklärt dann auch die vielen Wagenfuhren!)

  Stall Martens    

Bild: Das alte Stallgebäude vom Hof Martens in der alten damaligen Bauweise und mit Reet gedeckt. In dieser Art war wohl auch das alte Wohngebäude Baujahr 1776 gebaut. Ein Bild vom alten Wohnhaus existiert leider nicht.

Nach dem Abriss des alten Hauses soll sich das Storchenpaar zum Nachbarn Hinrichs (In der Marsch 1) hin verzogen haben. Oder es gab dort bereits ein weiteres, was auch möglich ist.

Ein weiteres Nest gab es auf dem Dach des Hofes Kühl (Alte Dorfstr. 3, bis 1948 Hof Sachau),

wie auf folgendem Bild erkennbar ist.

 P1010369 2                                  

1968 wurde das Gebäude um- und ausgebaut. Das letzte Storchennest von Beringstedt mußte weichen und wurde in einer groß angelegten Aktion an eine andere Stelle verlegt. Diese Aktion sorgte für viel Wirbel, da ein eigens hierfür bereitgestellter Helikopter bei der Umsetzung dieses Vorhabens half.

   Storchennest Aufbau  Hubschrauber    

Diese neue Nistmöglichkeit wurde von den Störchen angenommen und einige Jahre haben hier Störche genistet und ihre Jungen großgezogen. Es wurde sogar eine Dokumentation über die Beringstedter Störche gedreht. Eine DVD hierüber befindet sich im Besitz von Rolf Kühl.

Ab ca. 1980 blieb das Nest jedoch leer. Es wurde zwar der ein oder andere Storch gesehen, der hier gelandet ist, es fand sich jedoch kein Pärchen das hier nisten wollte.

2010 wurde das Nest bei einem Sturm heruntergefegt.

Storchennest bei P Breiholz

 

2011 wurde der Standort für ein neues Nest abermals verlegt in den Wiesengrund zu H. P. Breiholz.

Trotz viel Hoffen hat sich hier kein neues Storchenpaar eingefunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Frühjahr 2019 landet ein Storch auf dem Nest und wartet auf eine Gefährtin. Diese findet sich jedoch nicht ein und so gibt er sein Vorhaben auf und zieht weiter. In der Hoffnung, dass sich dieses im Frühjahr 2020 wiederholt, werden Birkenzweige gesammelt (6 Bündel). Diese bindet Siegfried Hinz zu einem Kranz, der dann auf dem Storchennest angebracht wird. Da sich die Storchenpopulation (dank Bergenhusen) in den letzten Jahren erholt hat und in Todenbüttel ein Storchenpaar erfolgreich seine Jungen aufgezogen hat, stehen die Chancen gut für ein Beringstedter Storchenpaar. Toi, toi, toi....

...

margarethenschrank 01Der Margarethen-Schrank                (im Versammlungsraum, Schulberg)

Fast jeder kennt ihn und läuft achtlos an ihm vorbei. Er steht in der Ecke im Vorraum zum Versammlungsraum auf dem Schulberg und heute werden Tischdecken, Kerzen, Dekomaterial und ähnliches darin aufbewahrt. Doch was hatte er einst für einen Zweck? Das wissen eigentlich nur noch die Älteren in unserer Gemeinde:

margarethenschrank 04Die 22-jährige Tochter Margarethe des Angeliter Bauern Johannes Jacobsen erkrankte an Tuberkulose. Der pflegende Vater versprach seiner Tochter am Krankenbett „etwas zu tun für Kranke und Leidende“. Er hatte nur diese eine Tochter. Sie starb 1883. Am 27. Dez. 1893 wäre der 32. Geburtstag von Margarethe gewesen. Zu diesem Anlass rief der Vater eine private Wohlfahrtseinrichtung ins Leben:

Die Margarethenspende, einen Schrank mit Pflegeartikeln, die Bedürftigen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Denn zu damaliger Zeit konnte sich ein Tagelöhner mit einem Tageslohn von 1,80 Mark einen Arztbesuch für 4 Mark nicht leisten. Knechte und Tagelöhner waren zu der Zeit nicht krankenversichert. Die Idee des Vaters hatte Erfolg und die Schränke wurden in ganz Schleswig-Holstein verbreitet und selbst bis nach Übersee. Rund 760 solcher Schränke wurden gebaut, von denen ca. 60 Stück überlebt haben.

margarethenschrank 02In der Mitte:  Ein Bild von MargaretheDarunter ein Schließfach, mit einem Schlitz darüber für Geldspenden, die dieser hilfreichen Sache zu Gute kamen.

Zur Ausstattung dieses Schranks gehörten:  Zinkwannen, wasserfeste Bettunterlagen, Spritzen, emaillierte Steckbecken mit Deckel, Urinflaschen, Schnabeltassen bis hin zu Pinzetten und einfachen Scheren, sowie Heftpflaster, Mull- und Brandbinden. Auch Krücken gehörten zur Ausstattung.

Die Ausleihen aus dem Schrank waren grundsätzlich kostenlos und wurden im „Ausleihbuch“ vermerkt. Wer es sich leisten konnte spendete für die Nutzung.

Diese Informationen entstammen einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 2009, über einen dieser hilfreichen Schränke, der sich in Gnutz befindet. Geschrieben von Sabine Sopha.

margarethenschrank 03 inhaltUnser Beringstedter Exemplar stand einst im Haus Friedenstraße 14 bei Grete Hadenfeldt (heute Anne Solterbeck). Wilma Illing war viele Jahre Vorsitzende beim Deutschen Roten Kreuz und dies war nur eines ihrer vielen Ehrenämter. Sie sorgte damals dafür, dass dieser Schrank in das neue Gemeindezentrum von Beringstedt -auf den Schulberg- kommt. (Dies war in den 1970er Jahren, genaueres zum neuen Gemeindezentrum folgt später) Wer die Schranktüren öffnet findet auch dort - auf der Innenseite der Schranktür- die Geschichte vom Margarethenschrank.

 

 

 

 

Bauernvogte, Gemeindevorsteher und Bürgermeister

Archiv Beringstedt - Diese Aufstellung stammt aus den Unterlagen, die Herbert Jürß zusammengestellt und vervollständigt hat.

1737                      Ties Carsten                                 Bauernvogt

1741                      Carsten Holtorf                                dto.

1742                      Jürgen Ott                                         dto.

                            …muss noch weiter recherchiert werden …. falls möglich !!!

1846                      Johann Soeth                                    dto.

1855                      Brand                                                  dto.

1869 – 1876       Hans Boie                                     Gemeindevorsteher

1876 – 1884       Jürgen Bruhn                                    dto.

1884 – 1890       Hinrich Holm                                    dto.

1890 – 1899       Johann Wendell                              dto.

1899 – 1919       Ehler Holm jun.                               dto.

1919 – 1920       Jürgen Hadenfeldt                          dto.

1920 – 1927       Otto Rosenkranz                             dto.

1927 – 1928       Gustav Möller                                  als stellv. Gemeindevorsteher

1928 – 1945      Wilhelm Thöm                                 bis 1935 Gemeindevorsteher, dann Bürgermeister

1945                    Willi Oelke, Puls                              vom 20.12. bis 28.12.1945 als Bürgermeister                                                                                                               eingesetzt von der engl. Militärregierung

1945 – 1951       Hans Harms                                Bürgermeister

1951 – 1969       Hermann Greve                              dto.

1969 – 1977       Hans Wendell                                  dto.

1977 – 1997       Herbert Jürß                                    dto.

Liebe Beringstedter Mitbürger,

mein Name ist Rita Bokelmann. Ich möchte hier auf der Beringstedter Homepage die Arbeit unseres leider verstorbenen Ehrenbürgers und Altbürgermeister Herbert Jürß fortsetzen und eine Beringstedter Chronik erstellen, digital. Ihr werdet also hier von Zeit zu Zeit Beiträge und Fotos aus der Vergangenheit finden.

Im Herbst 2016 bin ich mit dieser Arbeit angefangen und habe auch schon mit einigen älteren Mitbürgern unserer Gemeinde gesprochen und Material gesammelt, bevorzugt alte Bilder und Informationen darüber, wer wann wo gewohnt und gewirkt hat. 

Falls Ihr, liebe Beringstedter oder außerhalb wohnende ehemalige Beringstedter, Lust und Interesse habt mich bei meinem Vorhaben zu unterstützen, so wäre ich hierfür sehr dankbar. Schaut doch mal in Eure Fotosammlungen oder Archive, ob es noch "Schätze" gibt, die hierfür geeingnet wären.

Vielen Dank und bis bald

Rita Bokelmann

Kontakt: Tel. 1643, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, oder Handy 01578 8921037 (whatsapp)

Sängerfest im Ellerrehm 1953

Pfingsten 1953 Saengerfest im Ellerrehm

1953 wurde das Sängerfest des Gemischten Chores Beringstedt an Pfingsten im Ellerrehm gefeiert.

Links (in weißer Jacke) steht Hannes Jahn, der Vater von Erika Wirsching. Er war Kellner in der Gaststätte Ott (heute lebt dort Fam. Quednau). Daneben steht Waltraut Holm, die damals noch Böttcher hieß und unverheiratet war. Sie arbeitete ebenfalls in der Gaststätte Ott als Bedienung und war auf diesem Fest für´s Kaffee kochen zuständig.

 

 

 

 

 

 

 

Zwei Mädels auf dem Fahrrad.

Zwei Maedels mit dem Rad

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Fotos entstanden vor 1910 in der Friedensallee vor dem Hof Ott (später Rosenkranz, dann Trede, heute Goerzen). Höchstwahrscheinlich sind es die beiden Schwestern Wiebke und Anna Ott, Töchter des Claus Ott, auch `Groot Claas´ genannt. Im Hintergrund des Bildes erkennt man den Wieben-Hof.

In der heutigen Friedenstraße. 

Im Hindergrund zu sehen (Bild 2) der Gasthof Schümann (Fürst, dann Schrum, dann Lenschow). Auf der rechten Seite der reetgedeckte Schuppen vom Hof Seemann (früher Schrum / Thöm / Wohlers). Er wurde später abgerissen. Auf der linken Seite das Grundstück Ruge. Das Eckhaus mit Laden wurde 1911 gebaut.

 Modisch Schick und selbstbewußt…

Zwei Maedels auf dem Rad

Leider kann sich heute niemand mehr daran erinnern, wer die Beiden sind. Sie stammen aber eindeutig aus Beringstedt. Die Fotos sind vor 1910 entstanden, denn die Flurkarte zeigt zu dieser Zeit noch kein Wohnhaus auf dem Dreieck Seegen – Friedenstr. - Eichenweg.

Die Bilder wurden zur Verfügung gestellt von H. P. Breiholz

Unsere Schule (fertiggestellt 1901)

Schule 01      

Schulberg 3

Das Gebäude wurde vom Bauunternehmer Evers errichtet. (Steinbergstr. 13, John, Grewe)

Im Heimatbuch wird berichtet das im Jahr 1920 in der neuen zweiklassigen Schule 92 Kinder unterrichtet wurden.

Die erste Beschulung in Beringstedt fand bereits seit 1695 statt. Da die Kinder im Sommer auf den Feldern helfen mussten, fand der Unterricht nur in den Wintermonaten statt.

Bevor das Gebäude auf dem Schulberg errichtet wurde gingen die Kinder in der Alten Dorfstraße 5 zur Schule. (das weiße Haus hinter dem Hof Kühl, wenn man von der Friedenstrasse kommt)

Neben dem Schulunterricht betrieben die Lehrer auch Landwirtschaft. Die Kühe standen an ihren hölzernen Krippen in der Diele des Schulhauses.

Schule 02 Schule 03 Schule 04

Schule von 1901 bis 1972, danach gehen die Schulkinder in die Dörfergemeinschaftsschule nach Todenbüttel.

Lehrer waren:   Hauptlehrer Thomsen (1881), Max Göttsche, Wächtler, Roske, Ehlers.

(Genaue Liste folgt noch) … und weitere Fakten