Die Schul-Linden

Schule 01   Schule Schulberg 3

1905 wurden die Schul-Linden vor dem neuen Schulgebäude auf den Schulberg gepflanzt.

Ausschnitt einer Postkarte von 1907 (siehe Bild oben links und rechts später)

Auf dem Vorplatz der Schule war der Pausenhof. Frau Illing übt mit den Kindern einen Tanz. Im Hintergrund (Bild rechts) sieht man die Linden, die hier einst am Schulberg gestanden haben.

   Schule 02    Diareihe 6 007 2

Eintrag in der Dorf- und Schulchronik am 15.3.1944:                        Mehr Licht!

An der Südseite unseres Spielplatzes standen 8 Linden. Sie waren schon recht hoch und nahmen uns viel Licht. Mitunter mußten wir während der Schulzeit mitten im Sommer elektrisches Licht andrehen. In dieser Kriegszeit müssen wir aber Strom sparen. Am Dienstag d.W. wurden von einem Arbeiter und von einem gefangenen Russen jede zweite Linde gefällt. Eine fallende Linde hing sich in einer Stehenden auf. Diese zogen die Knaben mit einem Tau herunter. Ein heftiger Westwind half tüchtig. Die stehenden Linden wurden scharf ausgeputzt. Jetzt dringt wieder viel Licht in unsere Klasse.

In der Marsch 12

    In der Marsch 12 Bild für website    Haus In der Marsch 12 bearbeitet für website 

        Originalbild                                                     Hausbild, bearbeitet

Baujahr 1887

Der Name des Vorbesitzers ist heute (2021) nicht mehr bekannt. Nur, daß es in diesem Haus ein

Kolonialwaren-Geschäft gab und es einst als Räucherkate diente.

 

1920  kauften der Vater von Hans Rubien und sein Schwiegervater (Koll, Lütjenw.) gemeinsam dieses Haus.

  Hans Rubien ist Beringstedter. Sein Elternhaus steht Im Eck 1.

                Hans Rubien (*1893) heiratet Wiebke (*1900), geb. Koll aus Lütjenwestedt

                Sie haben 4 Kinder: Marie *1922, Hans Heinrich *1929, Annegret *1937 und Christa *1940

Eine Kindheitserinnerung des Hans Rubien, erzählt von seiner Tochter Christa im Jahr 2021: Einige Jungs aus Beringstedt, zu denen auch Hans Rubien gehörte, spielten gerne auf dem Gelände am Fohr/Mühlenbek. Damals gab es noch keine befestigte Straße Richtung Puls, der Weg führte an einer bestimmten Stelle (Fuhrt) direkt durch das Wasser der Mühlenbek. Je nach Wetterlage und Wasserstand war dies mehr oder weniger schwierig. Hier lag der perfekte Spielplatz dieser Jungengruppe. Von den Älteren hatten sie die Geschichte der „swatten Greet“ gehört und der Glaube an diese `Geistergeschichten´ war damals noch sehr verbreitet. In Anbetracht dieser Geschichte nahmen die Jungs eine Laterne (ähnlich einer Kutschenlampe) mit und als es dunkel wurde kletterten sie mit dieser Lampe in die Büsche und schwenkten sie hin und her. Die Leute im Dorf sollten denken Swatt Greet treibe hier ihr Unwesen. Und tatsächlich hörten sie dann wohl auch, dass manche Leute sagten: „Swatt Gret sitt in de Speeken“.

(Dies wurde von den Erwachsenen wohl eher zum Spaß der Kinder gesagt, denn sie glaubten wahrscheinlich nicht mehr an diese Spukgeschichte)

So vergnügten sich die Jungs in ihrer Jugendzeit und trieben ihre Späßchen.

Hans Rubien diente als Soldat im 1. Weltkrieg und war u. A. in Frankreich (siehe Feldpost)

 

Hans Rubien (rechts) bei der Feldarbeit, hier: Heuernte.

 Arthur Willun und Hans Rubien  neben Arthur Willun

…und im Beringstedter Moor beim Torfabbau.   -siehe hierzu auch: das Beringstedter Moor-

Hans Rubien Arbeiten im Moor 4

Da sein Bruder, Reimer Rubien, 1934 verstarb, übernahm Hans Rubien seine Tischlerei im Elternhaus (Im Eck 1). In Zeiten, da die Geschäfte nicht so gut liefen, arbeitete er als Straßenbauer und bei der Trockenlegung im Beringstedter Moor (Reitmoor genannt ?). Auch beim Flugplatzbau in Jagel war er dabei. Die Tischlerei ruhte bis Kriegsende (2. WK). Als in den Nachkriegsjahren die Traktoren im Dorf zunahmen, spezialisierte er sich darauf, Überbauten für die Traktoren zu bauen, damit der Fahrer bei Regenschauern oder bei brennender Sonne einen Schutz hat. Diese waren sehr gefragt.

Im Haus `In der Marsch 12´ waren nach Kriegsende 2 Frauen einquartiert worden: Ida Broscheit und Frl. Lisau (Musikerin)

 

Heutige Hausbesitzerin ist Christa Erdmann, geb. Rubien.

 

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Straßenausbau Ostermühlen

In der Dorf- und Schulchronik (1929 – 1964) wurde folgendes notiert:

Die Chaussee nach Ostermühlen wurde am 16.11.1929 bis zum `Grünen Weg´ fertiggestellt.

Es wurde von einigen Koppeln der Knick entfernt, denn der neue Weg sollte die vielen Windungen möglichst vermeiden. Es wurden von Cl. D. Hadenfeldts und Cl. Hinrichs Koppel dreieckige Stücke abgetrennt. Ebenfalls sollte von H. Voßs Koppel ein schmaler Streifen abgeschnitten werden.

13.3.1930

Heute Morgen ist etwas 10 cm Schnee gefallen. Draußen ist eine Temperatur von -0° C. Am Chausseebau nach Ostermühlen wird seit Montag gearbeitet.

 

Oktober 1930

                         Man hat mit dem Chausseebau nach Ostermühlen wieder begonnen.

Oktober 1931

Der Chausseebau nach Ostermühlen wird fortgesetzt, und zwar das mittelste Stück. Die Kartoffelernte ist beendet. Die Rübenernte hat begonnen.

 

Der Chausseebau nach Ostermühlen wir heute, den 21.11.31 beendet. Es ist das Stück von Claus Hadenfeldt´s Koppel bis Butenschön´s Koppel und von der Mühle bis zum Hofe fertig gestellt worden. Die Beiden Enden von Isings Haus bis Cl. Hadenfeldt´s Koppel und von Butenschön´s Koppel bis zur Mühle sind ausgebessert worden. Die Aufsicht leitete Herr Gustav Möller (siehe Birkenweg 6). Die Bauanweisung gab Herr Ruge. Es waren durchschnittlich täglich 15 Arbeiter beschäftigt. Steine, Sand und Kies lieferten die Bauern und fuhren es auch zur Baustelle.

Sonnabend, den 29. November 1931 ist sie erst eröffnet.

Ostermühlen 1965

Oben: eine Karte von vor der Begradigung und unten: nach dem Ausbau 1976

 Kartenausschnitt K von 1988 Ostermühlen

1974   befindet sich die vorhandene Straße zwischen Beringstedt und Osterstedt in einem schlechten Zustand. Die Oberfläche ist uneben und teilweise zerstört. Ebenso ist die Fahrbahnbreite zu gering und wird beidseitig durch Knicks und Bäume eingeengt. Durch den Anschluß der Gemeinden an die Dörfergemeinschaftsschule und an die Raiffeisenbank Todenbüttel, deren Auslieferungslager in Beringstedt liegt, wird die Hauptverbindungsstraße Osterstedt – Beringstedt in zunehmendem Maße durch Schulbusse und landwirtschaftliche Fahrzeuge genutzt. Die Planungen sind soweit gediehen, daß mit dem Ausbau des 1. Abschnittes begonnen werden kann.

Die Linienführung wird überwiegend beibehalten. Die notwendige Verbreiterung auf 4,50 Meter Fahrbahn, beiderseits 1,50 Meter Bankette und anschließendem Graben, erfolgt nach Süden. Die vorhandene S-Kurve (Waldfriede) wird begradigt. Nach dem Ausbau werden die Wirtschaftswege und Koppelauffahrten in vorhandener Breite wieder angeschlossen.

In Ostermühlen sollen die Wasserdurchlässe im Bereich des Staudammes und die Stützmauer erneuert werden. Die neue Stützmauer wird als Winkelstützmauer aus Stahlbeton ausgebildet. Die Durchlässe sind aus Stahlbetonrahmenprofilen bzw. Betonrohren geplant.

Im Zuge der Straßenverbreiterung wird es notwendig sein, in den bestehenden Bewuchs einzugreifen. Die Knicks und Bäume auf der südlichen Straßenseite werden beseitigt, die nördliche Straßenseite bleibt unberührt. Zurückfallende Straßenflächen, die nicht mit dem landwirtschaftlichen Nutzland zugeschlagen werden, sollen rekultiviert und mit Bäumen und Sträuchern angepflanzt werden.

Die Baumaßnahme wird in zwei Stufen durchgeführt. 1. Bau der Stützmauer und Durchlässe am Staudamm in Ostermühlen. 2. Straßenbau. Die Bauzeit wird etwa ein halbes Jahr dauern. Für die Zeit des Ausbaues wird die Straße für den Durchgangsverkehr voll gesperrt. Der landwirtschaftliche Anliegerverkehr soll möglichst aufrechterhalten werden.

(So geschrieben in einem Artikel der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung vom 24.10.1974)

Ein weiterer Zeitungsartikel im Mitteilungsblatt des Kirchsp. Schenefeld und Todenbüttel vom 28. Okt. 1976 beschreibt den 2. Bauabschnitt des Ausbaus der Gemeindeverbindungsstraße Beringstedt – Osterstedt:

Schneise durch das Mühlenholz

Nachdem einige Schwierigkeiten zu überwinden waren, haben die zuständigen Stellen „grünes Licht“ für den zweiten Bauabschnitt des Hauptwirtschaftsweges Beringstedt – Osterstedt über Ostermühlen gegeben. Die mit den Arbeiten beauftragte Firma Pieper, Wacken, will noch in diesem Jahr die Erdarbeiten und die Tragschichten abschließen. Wie im 1. Bauabschnitt wird auch die neue Trasse nicht mit der alten Straßenführung identisch sein.

Das mit 350 000 DM veranschlagte Straßenbauprojekt geht über 1,163 km. Der Eigenanteil der Gemeinde Beringstedt beträgt 43 750 DM. Den Löwenanteil der Zuschüsse trägt der Kreis Rendsburg-Eckernförde. Nach Fertigstellung wird die Ausbaustrecke 2,186 km betragen. In Fortsetzung des fertigen 1. Bauabschnittes wird die Straße in einer Breite von 4,50 m und beiderseits 1,5 m Bankette Ostermühlen erreichen und dann Richtung Osterstedt etwas nach links in das Mühlenholz verlegt, um danach wieder auf die alte Straße zurückzuführen.

Auf Forderung des Anliegers Voß, Ostermühlen, wurde die Trasse an den Waldrand, bzw. in den Wald gelegt, weil die jetzige Straßenführung für Aus- und Einfahrten mit landwirtschaftlichen Wagen und Geräten wegen der kurvenreichen Strecke und Unübersichtlichkeit durch den zugenommenen Verkehr gefährlich geworden ist.

Gemeindevertretung, Flurbereinigungsbehörde und der Kreis RD-ECK als untere Landschaftsbehörde haben dieser Trassenführung zugestimmt. Vor Ort sind bereits zahlreiche Bäume gefällt worden.

Mit dem Ausbau des 2. Bauabschnittes wird ein wichtiges Anliegen der Gemeinde Beringstedt erfüllt. Wer die bisherige Gemeindeverbingungsstraße kannte, wird die Notwendigkeit eines Ausbaues und einer Begradigung gefährlicher Kurven auf dieser Strecke einsehen.

 

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Die Konfirmations Birken auf dem Schulberg

Fundzettel Birkenpflanzung für website

 

Als im Jahr 2011 die Gemeindewohnung neben der Feuerwehr aufgelöst und umgebaut wurde (zuletzt vermietet an Lothar Meller, davor an Kurt und Maria Köhler, heute Schulungsraum), fand man nach dem Herausnehmen des Fußbodens im Sandboden eine Flasche mit einem alten Schriftstück   aus dem Jahr 1936.   Darauf steht handgeschrieben mit Bleistift:

 

    (2)        Diese Birken wurden am 16. März 1936 von den Konfirmanden:

                                               Karl-Heinz Keller

                                               Ehler Holm

                                               Hans Detlef Ruge        gepflanzt

 

Im Eck 1                                          -Tischlerei Rubien-

 

1870  Reimer Gloy                   Tischler. Seine Tochter Marieken heiratet den Tischlergesellen                                                               

Christian Rubien          Im Jahr 1889 brannte das Haus durch Blitzeinschlag ab und wurde wieder neu aufgebaut.

Eltern von Hans Rubien bearbeitet

                Bild oben: Marieken und Christian Rubien an ihrem 50. Hochzeitstag (Goldene Hochzeit)

Kinder: Hans *1893 (Tischler, Zimmermann), Reimer (Tischler), Markus (Uhrmacher), Hannes und Anna

 Familienfoto Rubien Hochzeit

Familienfoto von der Hochzeit des Uhrmachers Markus Rubien, rechts neben ihm sein Vater Christian Rubien. Gemeinsam mit seiner Frau Christine betreibt Markus Rubien ein Uhrmacher-Geschäft in der Steinbergstraße 1. Links neben der Braut sitzt Oma Rubien, sie stammt vom Gut Warringholz

 

Nachfolger in der Tischlerei wird der Sohn

                Reimer Rubien              Tischlergeselle. Er verstarb früh im Jahr 1934.

In der Tischlerei übernahm dann der Bruder Hans Rubien einige Arbeiten, dies jedoch mehr nebenbei, denn er arbeitete auch anderweitig (siehe: In der Marsch 12).

Als Hausbesitzerin folgt die Tochter von Reimer Rubien

                Annemarie Rubien    *1925 +2017

 Annemarie Rubien Schulbild 600dpi.fertig

Annemarie Rubien in der Schule Beringstedt

Bild unten: Für die vorbeiziehenden Boßeler gibt Annemarie Rubien (rechts) vor ihrem Haus `einen aus´.

 Boßeln 1986 Annemarie Rubien gibt einen aus

 

Zwei Jahre nach der Gründung des Gemischten Chores (zuvor Männergesangverein) trat Annemarie Rubien diesem als aktive Sängerin bei und wurde im Jahr 2008 für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft auf der 100-Jahrfeier des Chores dafür geehrt.

Im Alter von 92 Jahren verstarb sie im Jahr 2017.

 

 

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Wiekhorn

Zum Ende seiner Dienstzeit als Dorflehrer und Leiter der Beringstedter Schule, ließ Max Göttsche  1950 auf dem Wiekhorn, an der `Grenze´ zu Todenbüttel (siehe grüne Linie) für sich und seine Familie ein Haus bauen.

Haus Lehrer Göttsche 1950

Damals gab es noch keine Straßennamen. Diese wurden erst 1980 festgelegt. Deshalb wird der Ort, wo der Dorflehrer Max Göttsche -zu seiner Pensionierung- ein neues Haus bauen ließ, nach dem Flurstück Wiekhorn benannt. Dieses Flurstück (Wald) wurde im Allgemeinen wohl auch Wichhorn ausgesprochen. Heute heißt die Straße Pfennigkrug.

Bis zu diesem Zeitpunkt (1950) wohnte Max Göttsche mit seiner Familie in der von der Gemeinde Beringstedt zur Verfügung gestellten Dienstwohnung im Schulgebäude auf dem Schulberg. Diese Wohnung war im Erdgeschoß und hatte einen direkten, innenliegenden Zugang zu den Klassenräumen. Der zweite Lehrer hatte eine Dienstwohnung im Dachgeschoß.

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In der Dorf- und Schulchronik, die der Lehrer Max Göttsche gemeinsam mit seinen älteren Schülern  ab 1930 angefangen hat zu erstellen und die er bis zu seiner Pensionierung 1950 geführt hat, steht geschrieben:

5. Mai 1950       Der Bürgermeister Hans Harms überbringt mir in den Abendstunden die Pensionierungsurkunde. So scheide ich also von dieser Schule, an der ich 36 Jahre und einen Monat arbeiten durfte.

23. August 1950       Ich konnte mein Eigenheim, das zum 1. Mai fertig sein sollte, endlich beziehen. Die Gemeinde Beringstedt schenkte mir die eichene Haustür mit der Inschrift:

Max Göttsche

1914      Lehrer   1950

24. August 1950         Ich übergab meinem Nachfolger, Lehrer Wächtler, die Dienstwohnung. Der Abschied aus dem Schulhause in dem ich viel, sehr viel Freude und auch Herzeleid erlebt habe, wurde mir doch etwas schwer.

Beringstedt, Wichhorn, 25. August 1950         gez. Max Göttsche

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Einige Klassenfotos mit ihm und seinen Schülern und Schülerinnen aus den 1920er Jahren.

Schulbild Wendell Kopie

Eine Musikalische Grundbildung seiner Schüler war ihm sehr wichtig. So sorgte er dafür, daß neben Mundharmonikas auch Geigen und andere Musikinstrumente für die Schüler gekauft wurden.

Oberstufe von Lehrer M. Göttsche neuer Scan Bild von W. Küpers

Über den Lehrer Max Göttsche läßt sich noch berichten, dass er nicht bestechlich war. (Info von Frau Gertrud Keller)

 

Max Göttsche *1885, Sohn des Bauern Markus Göttsche in Rade bei Hohenwestedt, kam 1914 von Blumenthal nach Beringstedt.

Verheiratet mit Magdalena Göttsche *1892, geb. Hamann

Kinder:                 Helmi                     *1915 +2008 blieb ledig

                                       Christian                 *1918 +1918

                                       Margareta               *1919 +2006  verheiratet mit dem Lehrer Hugo Reimer

                                       Günter                    *1926 +1945  

 

Die Tochter Margareta Göttsche (kurz Marga genannt, Lehrerin, später verheiratete mit dem Lehrer Reimer) war für ein halbes Jahr, von August 1944 bis Januar 1945, ebenfalls Lehrerin an der Beringstedter Schule.

Max Göttsche starb 1966 im Alter von 81 Jahren.       

Seine Tochter Helmi Göttsche war Organistin (in Schenefeld, Gokels und Reher) und wohnte bis ins hohe Alter in ihrem Elternhaus im Pfennigkrug 12.

 

Nächster Haus-Besitzer:            Glodde

 

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Flurkarte Beringsstedt 1024

Originalkarte in PDF zum Ausdrucken


 

Baugenehmigung für das Meiereigebäude in Beringstedt im Jahr 1887

Dieses alte Dokument ist ein Dachboden-Fundstück, das im Herbst 2020 im Haus Steinbergstraße 7 entdeckt wurde, als das Dach des Hauses renoviert werden sollte.

Genossenschaft 1887 A für website  Genossenschaft 1887 B für website

 

Übersetzung:

Königliche Regierung

   Aktenzeichen

Auf Ansuchen ertheilen wir Ihnen, vorbehältlich etwaiger Privatrechte dritter, die polizeiliche Erlaubniß, nach Maßgabe der hier angehefteten und angesiegelten Projektstücke und genau:

  1. deß Situationsplans
  2. der Handzeichnung mit Baubeschreibung
  3. der Kesselzeichnung
  4. der Kesselbeschreibung

einen Dampfkessel anzlegen.

                Wir bedingen hierbei jedoch, daß

  1. die hinsichtlich der Aufstellung von Dampfkesseln bestehenden Bestimmungen, in Sonderheit die Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 29. Mai 1871 / 18. Juli 1883 betreffen muß die allgemeinen polizeilichen Bestimmungen über die Anlegung von Dampfkesseln, beachtet werden.
  2. die Normierung der Belastung des Sicherheitsventils behalten bleibt.
  3. der Betrieb der Anlage nicht eher begonnen wird, bis dieselbe durch den mit der Kessel__?__tions beauftragten Sachverständigen (erwiedert) und auf Grund der Bescheinigung desselben über die vorschriftsmäßige Ausführung die schriftliche Erlaubniß zur Inbetriebsetzung von der Polizeibehörde ertheilt worden ist.
  4. Durch Einrichtung der Feuerungsanlage oder dabei anzuwendende mechanische Vorrichtung, sowie durch Anwendung geeigneten Brennmaterials und durch langsame Bewartung auf eine möglichst vollständige Verbrennung des Rauches hingewirkt wird.
  5. Diese Urkunde sorgfältig aufbewahrt wird, ein Zerreißen derselben oder das Abtrennen von Projektstücken aber der Polizeibehörde das Recht verleiht, den Betrieb der Anlage ohne Weiteres zu zu inhibieren

Schleswig, den 17ten Mai 1887

Siegel

Königliche Regierung

Abtheilung des Inneren

(Unterschrift)

An

den Vorstand der

Genossenschafts Meierei

z. H. des Herren Hans Lucht

zu

Beringstedt

Kreis Rendsburg

 

 

Bei dieser Übersetzung im Nov. 2020 waren die Kenntnisse von Frau W. Küpers, beim Lesen der alten deutschen Schrift, sehr hilfreich.

 

Weitere Anlagen zu diesem Schriftstück:

Handzeichnung Meiereigelände 2 für website   Bauzeichnung Meierei für website

Dampfkessel Zeichnung 1 für website Dampfkessel Zeichnung 2 2 für website

 

... und die Genehmigung der Königlichen Gewerbe Inspektion zu Neumünster

Königliche Gewerbe Inspektion 2 für website

 

Die Baubeschreibung der unter Punkt 2 genannten Anlage: Handzeichnung mit Baubeschreibung, ist leider nicht mehr lesbar, sowie auch die Kesselbeschreibung (Punkt 4).

Link zur Meiereigenossenschaft


 

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Die ersten Autos in Beringstedt waren

im Jahr 1929   gemäß der alten Dorf- u. Schulchronik waren dies :

 

Steyr                                        Besitzer: H. D. Hadenfeldt

N.S.U.                                       Besitzer: H. Harms

Opel -Bennabor-                      Besitzer:  K. Sievers

Opel -Bennabor-                      Besitzer:  K. Sievers

Brennabor                                Besitzer: Doktor Struck

Opel                                         Besitzer: Dallmeier

 

 Diese Dorf- und Schulchronik schrieb der damalige Dorflehrer (Max Göttsche) gemeinsam mit seinen älteren Schülern.

 

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 Das Ehrenmal   in der Dorfmitte

 

...eine alte `Handzeichnung nach den Katasterkarten´ aus dem Jahr 1920 zeigt detailgenau die damalige Dorfmitte von Beringstedt. Der Stand dieser Zeichnung liegt jedoch über 10 Jahre früher, denn das Haus des Kaufmann Ehler Ruge auf dem Dreieck wurde 1911 gebaut.

  1 Katasterkarte von 1920 für website  4 Katasterkarte von 1920 für website

Zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges 1914-18 wurde in der Dorfmitte ein Ehrenmal errichtet, das der Kunstmaler Passig 1924 entworfen hat. Die feierliche Einweihung fand am 3.8.1924 statt.

 Ehrenmal         denkmalscann für website

In der Dorf- und Schulchronik finden sich viele Einträge zu den jährlichen Gedenktagen, die in den 1930ger Jahren Ende Februar oder Anfang März abgehalten wurden. Nach der Machtübernahme der Nazis wurde dieser Tag, der zuvor noch Volkstrauertag hieß, dann `Heldengedenktag´ genannt.

Nach dem 2. Weltkrieg kam dann ein weiterer Gedenkstein hinzu. Er wurde im Juni 1951 eingeweiht. Hierzu hat der Hauptlehrer H. Wächtler in der Dorf- und Schulchronik folgendes notiert:

Gegenüber dem Ehrenmal für die Gefallenen von 1914-1918 hat die Gemeinde ihren Gefallenen und Vermißten des letzten Weltkrieges einen Gedenkstein errichtet. In einer abendlichen Feierstunde, zu der sich die Dorfgemeinschaft rund um die Ehrenmalanlage versammelt hatte, wurde am 13.6. der Gedenkstein geweiht. Pastor Puschke hielt die Weihrede. Bürgermeister Greve sprach Worte des Gedenkens und verlas von einer Pergamentrolle die Namen der 110 Gefallenen, Vermißten und Verschleppten. Die Namensliste ist in einer Bleihülse in den Stein eingemauert worden. Während der Feier hielten Fackelträger die Wacht.

 

 Gedenken an die Opfer

Butendörp

Einst ein Beringstedter Familienname

1739     Im Taufregister der Kirche zu Schenefeld heißt es im Jahre 1739 am 2. Martinus (März) wie folgt:

Johann Christoph, ein uneheliches Kind. Die Eltern sollen sich bei Tönning befinden, ohne auf vieles Befragen zu erfahren, wie sie mit Namen heißen und wo eigentlich der Ort ihres Aufenthalts.

Das Kind ist der Witwe des seel. August Königs zu Beringstedt ins Haus gebracht, all wo es auch getaufet worden.

Gevatter (Taufpaten): Samuel Maschmann, wohnhaft zu Beringstedt itzo zu Norder Hattstedt wohnend, Hans Sierk aus Fahl (Vaale) und Claus Ott zu Beringstedt.

Da es zu dieser Zeit keine Findelhäuser gab -wie in katholischen Gegenden-, mußte derjenige, dem das Kind heimlich gebracht wurde, auch für das Kind sorgen. Andernfalls hatte das Dorf für das Findelkind einzutreten und so ist es hier wahrscheinlich auch geschehen.

Es gab also in Beringstedt ein Kind ohne Nachnamen im Haus der Witwe König. Wahrscheinlich wurden die Taufpaten von der Kirche (Schenefeld) ausgewählt und eingesetzt.

Vermutlich ist hier der Familienname Butendörp zu suchen, denn von den Butendörps heißt es, das der Begründer dieser Familie als Findelkind außerhalb des Dorfes, also „buten Dörp“ gefunden wurde und da das Kind einen Nachnamen haben mußte, zu einem Johann Christoph Butendörp wurde.

 

Einhundert Jahre später gab es in Beringstedt einen Heinrich Butendörp, der mit Margarethe, geb. Wensien, verheiratet war.

In den Kirchenbüchern von Todenbüttel befindet sich hierzu folgender Eintrag: 13.01.1881 + Heinrich B., Witwer und Verlehnsmann in Beringstedt, *10.11.1805 in Schenefeld als der uneheliche Sohn der Elsabe Maacks und des Heinrich Butendorf. Er starb im Alter von 75 Jahren und hinterläßt aus seiner Ehe mit der weiland Margarete geb. Wensien zwei Kinder:

1) Johann Hinrich Butendorf, Käthner und Handelsmann in Beringstedt, *12.3.1838

2) Elsabe, ledig, *7.12.1835

zu diesen Beiden findet sich kein Eintrag im Sterberegister, woraus geschlossen werden muss, daß Beide außerhalb der Kirchengemeinde Todenbüttel bestattet wurden.

 

Dieser Johann Hinrich Butendörp war als Handelsmann (Hausierer) und Butterträger bekannt. Auch wird er als Hochzeits- und Leichenbitter eingesetzt. Am erfolgreichsten war er aber als Heiratsvermittler. Zufolge seiner umfangreichen Kenntnisse über die heiratsfähigen Männer und Töchter in der nahen Umgebung und auch weiter entfernt gelegenen Dörfern, die er bei seiner Hausierertätigkeit nebenher sammelte, verfügte er über einen beträchtlichen Fundus an Ehekandidaten. Was er so nebenher betrieb war nun beileibe keine Kuppelei, sondern eine ganz und gar legale Ehevermittlung. Ihm werden sehr viele geschickt eingefädelte Ehestiftungen nachgesagt, die gut einschlugen. Andere Möglichkeiten, sich kennen zu lernen boten allenfalls die Jahrmärkte, aber daneben gab es keine anderen Möglichkeiten. Über den Lohn (Kuppellohn) wurde von allen Seiten eisern geschwiegen. Mit einem Taler = 3 Mark war die Mühe des Johann Butendörp aber sicher nicht abgetan.

Von ihm wurde auch die Schwester meines Vaters, also meine Tante, Elsabe Bolln unter die Haube gebracht, und zwar mit dem Dachdecker Claus Haarfeldt in Looft.

                Otto Bolln, *1900 in Beringstedt

 

Nach Rücksprache (im Jahr 2020) mit Herrn Pastor Rothe, ist in den Todenbüttler Kirchenbüchern folgendes notiert worden:

20.4.1877 + Heinrich B., ledig in Beringstedt, ehelicher Sohn des Johann Hinrich B. und seiner Ehefrau B. geb. Kühl, *30.8.1871, gestorben an Gebrechlichkeit.

7.12.1880 + Anna B., geb. Kühl, Tochter des ...(Vorname unleserlich) Kühl in Seefeld und der Elsabe, geb. Fink. *15.3.1848 starb sie im Alter von 32 Jahren. Sie hinterläßt aus ihrer Ehe mit dem hinterbliebenen Witwer, dem Kätner und Handelsmann Johann Hinrich B. *12.3.1838 (siehe oben), 3 Kinder:

1) Elsabe Maria  *3.2.1874

2) Greten *8.12.1877

3) Alvine *6.6.1880

 

23.04.1917 wird Heinrich Butendorf als Gefallener im 1. Weltkrieg gemeldet. (Lt. Liste der Gefallenen, die jährlich am Denkmal verlesen werden).

 

Mit seinem Ableben verschwand der außergewöhnliche Familienname aus Beringstedt.

 

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Spar- und Darlehenskasse    und      Amt Beringstedt

Steinbergstr. 7

Spar und Darlehenskasse 2

Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Spar- und Darlehenskasse am 22.11.1951 stand die Rendantenwahl auf der Tagesordnung. Die Versammlung entschied sich für Herbert Jürß aus Rendsburg. Hans Greve (Steinbergstraße 12, Vater vom späteren Bürgermeister Hermann Greve) hatte die Kasse 13 Jahre in seinem Haus geführt.

Am 1. Februar 1952 verlegte die Spar- und Darlehenskasse ihren Geschäftsraum in das Haus von Eduard Voß, Steinbergstraße 8.

Der erste Spatenstich für ein neues Gebäude wurde am 14. Juni 1952 gemacht. (So berichtet der Dorflehrer Hellmut Wächtler in der zu dieser Zeit von ihm geführten Dorf- und Schulchronik).

Am 1. Juli war die Grundsteinlegung. An diesem Tage mußte auch Lehrer Wächtler mit Ausschachten. Auf der Baustelle waren außerdem: Herr Prütz, Koschke und Krey (Maurer), Claus Trede, Rühmann. Herr Struck war Vorarbeiter. Am 14.7. mußte Wächtler den 2. Tag abarbeiten (Gemeinschaftsarbeit).

Am 23. August war Richtfest der Sparkasse. In den 55 Jahren ihres Bestehens hat sich die Spar- und Darlehenskasse stetig aufwärts entwickelt.

Am 1.12.1952 wurde das Spar- und Darlehenskassen-Gebäude bezogen. Auch das Amt Beringstedt mit Kasse, Wohnungs-, Fürsorge- und Ordnungsamt hat seine Räume im 1. Stock eingereichtet.

Am 26.1.1953 war Hauptversammlung der Spar- und Darlehenskasse. Der Haushalt im vergangenen Jahr hatte sich von 3 400 000 auf 5 390 000 Mark, also um 54% erhöht.

 

 1970 kauft Herbert Jürß das Haus.       Steinbergstr. Herbert Jürß 

Als das `Amt Beringstedt´ über geht in das Amt Hohenwestedt-Land und fortan in Hohenwestedt verwaltet wird, wird im DG eine Wohnung ausgebaut. Die Spar- und Darlehenskasse heißt jetzt Raiffeisenbank eG. 1964 wird direkt hinter dem Bahnübergang ein Trocknungsturm für das geerntete Getreide gebaut. Die Bank zieht in das neue Gebäude davor.

 

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Tanzschule mit Herrn Klaus Ruge

Wer kannte ihn nicht (?!) den Tanzlehrer Herrn Ruge. Er brachte den Kindern in den umliegenden Dörfern das Tanzen bei. Los ging´s mit "Hacke, Spitze, eins zwei drei..." bis hin zur Polonaise und dem "Langsamen Walzer" für die Fortgeschrittenen. Die Tanzkurse wurden in den jeweiligen Dorf-Gaststätten abgehalten. Ich selbst (Rita Bokelmann, geb. Heldt, aus Reher, Jahrgang 1962) habe in meiner Kindheit mindestens 3 x einen Tanzkurz bei ihm absolviert. Wenn der Tanzkurz zuende war -ich denke es waren 8 - 10 Übungsnachmittage-, dann kam zum Abschluß der Abschlußball. Hierzu waren alle Dorfbewohner eingeladen und alle Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten konnten den Fortschritt der Tanzschüler bewundern. Auch an die Kostüme für den "Bauerntanz" oder den "Minuett"-Tanz können sich sicherlich viele noch erinnern. Diese Kostüme waren Eigentum des Tanzlehrers und gingen mit zu den jeweiligen Abschlußbällenin den Dörfern, wo die Kinder sie dann anzogen und das Gelernte vortrugen. Wie hier bei diesen Bildern aus den Jahren 1957 und ´58 (zur Verfügung gestellt im Jahr 2017 von Rolf Ehlers -Sohn vom Dorflehrer-) :

1957 Abtanzball Annegret Wendell u Rolf Ehlers              1958 Abtanzball Minuettformation

Annegret Wendell und Rolf Ehlers. 1957                                            .... ? ...

 

Das folgende Bild wurde im Jahr 2019 von Werner Kremke zur Verfügung gestellt (Kontakt über Peter Zech, Birkenweg) :                                        welches Jahr war das ???

Tanzschule

von links stehend:    Lydia Wigand, Hinrich Trede, Helga Reese, Edwin Finkbeiner, Hilda Groht, Günter Adomat

sitzend:                   Liselotte Becker, Heinrich Büßen, Katharina Sieberkrob, Wulf Illing, Gisela Adomat, Max Walter Voß,

                               Frieda Brandenburger, Hans Peter Lembrediki

vorne:                      Frieda Schröder, Katharine Angrick, Helga Huckhagel, Hermann Voß, Ursula Ungeram, Werner Kremke

Girlande Vogelschießen

 

1890

wird in der alten Schulchronik, angelegt von Lehrer Thomsen, zum ersten mal das

„Fest des Vogelschießens und Eierlaufens

erwähnt, das dann wohl alljährlich stattfand.

Erst viele Jahre später -nach dem 2. Weltkrieg- wird wieder ein Kinderfest in der Schulchronik erwähnt:               

Schuljahr 1956/57   Auf einer Elternversammlung (am 16.5.) wurde beschlossen, das Vogelschießen jeweils Mittwoch vor Himmelfahrt abzuhalten. Es fand in der üblichen Form am 1./2. Juni mit Tanz auf beiden Sälen statt. 

Ab 1952 gibt es Bilder zu diesem Ereignis,

gesammelt und beschriftet in einem Fotoalbum, das sich im Beringstedter Archiv befindet:

1952 Dornröschenwagen König Rainer Wasmund mit Zylinder

Der Dornröschenwagen fährt durchs Dorf.

Hinten mit schwarzem Zylinder der König: Rainer Wasmund

 

1952 Königin Gerda Hinz König Adolf Trede

1952      Königin: Gerda Hinz, König: Adolf Trede

werden in einer Kutsche von Heinz Breiholz durchs Dorf gefahren. Neben ihm seine Söhne: Jürgen und Hans-Peter.

 

1953 Vogelschießen Umzug

Umzug mit Königskutsche und Musikkapelle, hier: Saar

Die Dorfkapelle   Ha Si Vo Pa

Im Jahr 1929 veranstaltete die hiesige Musikkapelle einen Öffentlichen Ball in der Gastwirtschaft bei Ww Voß. So notiert und festgehalten von den Schreibern der Dorf- und Schulchronik.

Ein Bild aus der Vorkriegszeit, zur Verfügung gestellt (im Jahr 2020) von Max Walter Voß (Sohn von Eduard), aufgenommen vor der Haustür des Eckhauses, Im Eck 4.

Musikkapelle HaSiVoPa

Mitwirkende waren:   von links

August Sievers mit Geige Im Eck   (Maler, Onkel von Annelene Kröber)
Ernst Hadenfeldt Akkordeon Saar 8  (Tischler, Vater von Claus Hadenfeldt)
Eduard Voß ebenfalls Geige Steinbergstr. 6  (Vater von Max Walter Voß)
Willi Pahl Schlagzeug Im Eck 4  (siehe Bild oben, vor seiner Haustür)


 


 

Als man noch selbst das Brot gebacken hat

Bis sich einzelne Bäcker im Dorf selbständig machten (siehe Ende dieses Berichtes) und ihren eigenen Laden betrieben, wurde auf den einzelnen Höfen das Brot selbst gebacken. Auf einigen Höfen wurde dies noch bis in die 1960/70er Jahre hinein getan. Besonders in der Nachkriegszeit, als in Beringstedt viele Heimatvertriebene untergekommen sind war dies eine gewichtige Tätigkeit. Gertrud Keller, geb. Nagel, berichtet, dass ihre Familie damals von Helene Sierk einmal pro Woche mit Brot versorgt wurde. Die Familie Nagel war in der Altenteilerkate des Sierk-Hofes untergebracht worden und Gertrud kam, als damals 14-jähriges junges Mädchen, nach nur 3 Wochen Schulunterricht in Beringstedt, gleich danach bei Frau Sierk in Stellung. Ihre Mutter half zu dieser Zeit auch beim Brotbacken im alten Backhaus auf dem Hof von Frau Sierk. Diese sagte gleich beim erstenmal zu ihr: "Ick sech ju dat nur eenmol: " Een Brot von dat ganze is för ju." Dieses Angebot wurde dankend angenommen, denn es fehlte ja an allem zu damaliger Zeit. Und weiter wurde das Thema dann auch nicht vertieft.

Fast auf jedem Hof gab es hierfür ein eigenes Backhaus. 

Davor war es üblich, wie es auf dem Bild unten zu sehen ist, dass das Brot in einem -unter freiem Himmel- stehenden Stein-/Lehm-Ofen gebacken wurde. Dieser Ofen war wohl auch frei zugänglich für andere Dorfbewohner, die keinen eigenen Ofen besaßen. Oder es wurde für sie mitgebacken. Diese Tätigkeit übernahmen ganz oft die Altenteiler. Sie hatten die nötige Erfahrung und auch die Zeit dafür, denn es dauerte incl. Vorbereitung einen ganzen Tag.

 Backofen bis 1920

Ob es von diesen Backöfen mehrere in Beringstedt gab ist leider nicht bekannt. Auch nicht wo genau sich dieser befunden hat. Da dieses alte Bild von Hans Christian Wendell zur Verfügung gestellt wurde ist anzunehmen, dass er in der Nähe des alten Wendell-Hofes gestanden hat.

Alte Flurnamen    in der Gemarkung Beringstedt nach Herkunft oder Deutung

Plattdeutsche Bezeichnungen (übliche Allgemeinsprache seinerzeit in Norddeutschland) und ihre Deutung entsprechend der Auflistung von Flurnamen, bevor eine Aufkoppelung (namentliche Benennung und Eintragung der Eigentümer) stattfand und im Kataster aufgelistet wurden.

Das Vermessen (verkoppeln) nahmen meistens orts- und z.T. auch sprachkundige landfremde Land- und Feldmesser vor. Dabei wurden die ursprünglich nieder- oder plattdeutschen Flurnamen zum großen Teil ins Hochdeutsche übertragen und dabei vielfach so entstellt, dass die ursprüngliche Bedeutung verlorenging. Dasselbe wiederholte sich in den Jahren 1868 bis 1872, nachdem Holstein preussisch geworden war und die Flurkarten und Erdbücher neu herausgegeben wurden, wobei eine große Zahl von Flurnamen überhaupt verschwanden in den Büchern. Im Volksmund blieben sie aber zum Teil noch erhalten.

Wer die nachfolgende Liste mit alten Flurnamen erstellt hat wurde leider nicht festgehalten. Es muss jedoch jemand gewesen sein, der sich intensiv damit beschäftigt hat. Evtl. ein Dorflehrer (?). Es war auf jeden Fall jemand, der mit Claus Daniel Hadenfeldt gesprochen hat. 

Anmerkung von Herrn Herbert Jürß:       

  1. In Beringstedt waren keine fremden Vermesser.
  2. In den Jahren 1868 bis 1872 sind Flurnamen in den Flurkarten verschwunden          

 

Abkürzungen:   Fkt = Flurkarten von B., ON = Ortsnamen, PN = Personennamen, FN = Flurname

Allgemeines:      Ackerland            hoch gelegen, ackerfähig, trocken, fruchtbar.  Esch, Kamp, Rüm (dänisch auch Römm), Lann, Feld, Stücken, Spann,                                                                                 Koppel, Ohe, Ohrt, Tange, Geest (oder Gaste)

                       Wasser oder Feuchtgebiete        Segn, Soll, Saal, Siek, Sichten, Vie oder Veh, Born, Furt, Fohrt, Weddel, Wedel, Hue, Pott, Diek, Rönne

                       Wiesenland        Mede, Meewisch, Vie, Vieh, Feh, Feen, Ohe, Aue

                       Heide                Heide, Heid, Vierth oder Viert

                       Waldbestand    Wohld, Hölln, Holln, Holt, Hassel, Hagen, Horst, Loh, Hesel, Heise, Struck, Busch, Staf, Bast, Brook, Raa, Ratjen, Rehm, Stubben, Kolln                                                    Kahln, Kohlstä, Ek, Bök, Eller, Weten Wetjen, Dorn, Dör

Auflistung nach Alphabet:

 Aaskuhl            Nicht in der Fkt. Kuhle, Grube, in die man verendetes Vieh (Aas) vergrub. Auch Schindacker genannt.

-Es gab ja noch keine Viehverwertungsanlagen-.

 

Aukamp            Äcker/Felder an der Todenbütteler/Osterstedter Au. Der Name wurde auch auf die Sumpfwaldungen ausgedehnt.

Breeloh             oder Bredloh = Bre = breed = breit,         loh oder lo = Waldstück

Breehorn           wie vor, jedoch horn = Ecke, Winkel, Halbinsel

Bumborn           oder Boomborn/Buumborn = Baum. Nicht in der Fkt. Dieser Begriff kommt in Holstein zu jener Zeit häufig vor. Mehrere Deutungen sind möglich:

  1.                Boom, Buum = Baum
  2.                Bonde oder Bunde = Bauer oder Hufner, der seine Stelle mit vollem Eigentumsrecht besitzt. Bondenfreie Bauern (aus dem Dän.) auch in Holstein häufig, z.B. Bondenschaften, Bondenholt, Bondenkoppel
  3.                Buurn = der Bauernschaft gehörig, sehr häufig als FN in Verbindung mit hof, holm, feld, graben, rade, bek, koppel, pool, knüll. Also Buurnborn = der Bauernschaft gehörender Born = Brunnen, Quelle, Viehtränke

Bärkamp          oder Perkamp. Mit den Bären hat der Name nachweislich nichts zu tun. Deshalb wohl eher Pferdekamp, da gegenüberliegendes Gelände Swienskamp (Schweinekamp) heißt. In der Fkt ist der Name aber mit Bergkamp ausgewiesen, obwohl von der umliegenden Gegend kaum von einer Anhöhe oder gar einem Berg die Rede sein kann. Es sei denn, dass das sanfte Absinken des Geländes zur FohrsAu als Berg angesehen wird. Kamp, hierunter versteht man auch die unter allen Dorfbewohnern verteilten schmale Ackerstreifen, vielleicht vormals auch gemeinsamer Hufnerbesitz. Diese könnten durchaus einmal zusammengehört haben und wurden bei Vererbung aufgeteilt.

Bisprak             Fehlt in der Fkt. Bis 1799 gab es das Beispruchsrecht, was so viel heißt wie Vorkaufsrecht. Jedoch ist es ein allgemeiner Begriff und keinem Flurstück zugehörig.

Börgerwisch      Bürgerwiese

Brakloh              richtig wohl Braakloh

  1.                 Braak =Brache, gepflügtes aber nicht bestelltes Feld, das sich regenerieren soll und deshalb vorübergehend brach gelegen hat.
  2.                 Braak=Flachsbreche

                           Beide Deutungen sind möglich.    Loh =  altes indogerman. Wort: loh, lo, loo = Waldlichtung oder freier Platz im oder am Walde

                           Braakloh sehr zahlreich in ON und FN

Butterborn         hat sicher nichts mit Butter zu tun, wohl aber mit gutem Boden oder mit „buten“ = außen (vgl auch büters =äußerst). Born = Quelle

Brink                     erscheint nicht als FN. Kommt nur in Holstein vor. Brink = erhöhter Grasplatz, auch Dorf- und Spielplatz, vgl auch Brinksitter für Kätner.

Boartenkrog      nach C.D. Hadenfeldt Bortenkrog. Deutung nicht möglich, möglich ist aber

                                Bor         =             Erhöhung zwischen zwei Wasserläufen, Landzunge

                                kroog    =             richtig eigentlich `krooch´ = Ecke, Biegung, Winkel, Bucht

                                Kein Zusammenhang mit Kroog = Krug = Topf oder Gastwirtschaft, mit diesen nur deutlich gleich. Kroog und Krooch sonst im Niedersächsischen nicht bekannt.

Badkuul             Nicht in der Flurkarte. Statt kuul auch kuhl = genügend tiefe Stelle zum Baden oder Viehtränken in einem Wasserlauf.

Dreeangel          vereinzelt auch Triangel = unbebauter dreieckiger Platz oder Rasen im Dorf, auch unbebaut auf dem Acker.

Dehlen               so in der Fkt, richtig wäre `Deelen´. Deel = Anteil und Landteil. Häufig als ON und FN Deeln bei Wedel, Bredendehl, Ackersdehl, Dehlwisch, Breedde

Diekkoppel        wörtlich übersetzt = Teichweide, eine Verbindung mit Deich scheidet aus.

                                Diek = Teich. Für Teich gab es viele Namen z.B.: Soll, Wehl, Pool, Kolk, Huhl, Born, Dränk, Graff, Blenk, Siel

Ellerrehm           richtig Ellerrem. Eller = Erle (Schwarzerle), rem = schmaler Gehölzstreifen in der Feldmark. rem oder rehm = immer Rand, Einfassung (Rahmen)

Beringstedter Einwohner, die sehr alt geworden sind:

Die Notiz (Kopie) fand ich in den von Herbert Jürß gesammelten Unterlagen. Sie stammt von Herrn Otto Bolln 

99 Jahre Sieberkrob a

99 Jahre Sieberkrob b

Diese Anzeige mit der dazu geschriebenen Aussage hat mich inspiriert weiterzuforschen, welche Beringstedter Bürger ebenfalls sehr alt geworden sind.

Bisher bin ich auf folgende Daten gestoßen:

Hans Hadenfeldt             *1784 +1874            90 Jahre

Hans Christian Wendell     *1814 +1902           88 Jahre                   Eichenweg 3

Hans Hadenfeldt             *1811 +1907            96 Jahre                   

Claus Ott                       *1867 +1957            90 Jahre                    heute Hof Trede/Goerzen

Hinrich Sieberkrob          *1869 +1968            99 Jahre                    Saar

An der Beringstedter Bahnlinie gab es einst  sieben  Bahnübergänge. Heute sind es noch  vier.

Von Westen kommend sind es gewesen:

1. Reiherstieg, Brücke über die Bahnlinie hin zur Wischkoppel (Fischteiche). Die Brücke wurde 1939 abgebrochen.

2. In der Verlängerung vom Mückenhörn (Spurbahn) hinüber zur heutigen Sandkuhle im Holsten

3. Mückenhörn - Holsten

4. Steinbergstraße - Saar   im Dorf beim Bahnhof

5. Osterhof, beim Hof Trede

6. zwischen Osterhof und Osterbrook, dieser ist auf der alten Karte von 1965 verzeichnet

7. Osterbrook, Specht (Bärentreff, Lager und online-Handel für Gummibärchen und mehr)

 

Nach der Flurbereinigung wurden die drei (rot markierten) Übergänge überflüssig, weil die Landflächen der einzelnen Höfe zusammengelegt wurden, was dazu führte, dass einige Feldwege aufgelöst wurden und/oder heute anders verlaufen. Dies ist sichtbar auf der alten Karte (Stand 1965) im Flur der Mehrzweckhalle. Die alten Übergänge sind hier noch alle eingezeichnet und somit für uns heute nachvollziehbar festgehalten worden.

Übergänge Bahn 2

 

Wie in vielen Dörfern der Umgebung so gab es auch in Beringstedt Storchennester.

Früher brüteten alljährlich 3, 4 oder auch 5 Storchenpaare in Beringstedt. Fast alle Reetdächer der größeren Bauernhäuser trugen ein Storchennest, wenn es auch vielleicht nicht alle Jahre besetzt war. Es gab sie bei: 

           H. D. Hadenfeldt  Friedenstraße 19

           Markus Sachau     Alte Dorfstr. 3

           Hinr. Holm           Alte Dorfstraße (nicht mehr vorhanden)

           Claus Martens       In der Marsch 3

           Claus Ott              Friedenstr. 3

           Joh. Wendell         Eichenweg 3

           Ehler Holm            Wischhof

           Heinr. Wieben       Mückenhörn 2

           Hans Timm           Seegen 

In einem Bericht über den Hof Martens (In der Marsch 3) erzählt Otto Bolln -in seinen schriftlichen Aufzeichnungen seines Geburtsortes Beringstedt- von einem Storchennest, das auf der Giebelspitze des alten Bauernhauses Martens gewesen sein soll. Dieses Gebäude war lt. Balkeninschschrift im Jahr 1776 erbaut worden. (Bereits 36 Jahre früher wird im Jahr 1740 ein Jasper Veers als Besitzer dieser Hufe genannt. Seine Tochter Trien heiratet im Jahr 1769 Claus Martens. Demnach stand hier bereits vorher auch schon ein altes Haus, dass dann erneuert wurde oder 1776  umgebaut  bzw erweitert wurde).

Auf der Giebelspitze des -in alter holsteinischer Bauweise- errichteten Hauses hatten bereits sehr viele Storchgenerationen genistet und das Nest immer weiter ausgebaut. Am Ende soll es so riesig gewesen sein, dass das Dach förmlich unter ihm zusammenzubrechen drohte.

(Diese dürfte wohl eher daran gelegen haben, dass die Balken des Daches morsch wurden, denn dieser Hof gehört zu den ältesten in Beringstedt und war auch mit einer der größten Höfe im Dorf. Außerdem kannte der Berichterstatter, Otto Bolln, diese Geschichte auch nur vom hörensagen und das Gerede der Leute entspricht nicht unbedingt der ganzen Wahrheit. -Anmerkung der Schreiberin dieses Berichts-).

Viele Wagenfuhren sollen für den Abtransport des Nestes nötig gewesen sein.

Im Jahr 1903 wurde ein neues Wohngebäude am heutigen Standort errichtet und bezogen, so wie es hier auf dem Bild (hinter dem Baum) erkennbar ist. Danach ist somit das alte Wohngebäude abgerissen worden, was dann im Zusammenhang mit der Abfuhr des alten Storchennestes steht. (Das erklärt dann auch die vielen Wagenfuhren!)

  Stall Martens    

Bild: Das alte Stallgebäude vom Hof Martens in der alten damaligen Bauweise und mit Reet gedeckt. In dieser Art war wohl auch das alte Wohngebäude Baujahr 1776 gebaut. Ein Bild vom alten Wohnhaus existiert leider nicht.

Nach dem Abriss des alten Hauses soll sich das Storchenpaar zum Nachbarn Hinrichs (In der Marsch 1) hin verzogen haben. Oder es gab dort bereits ein weiteres, was auch möglich ist.

Das am längsten erhaltene Nest gab es auf dem Reetdach des Hofes Kühl (Alte Dorfstr. 3, bis 1948 Hof Sachau)wie auf folgendem Bild erkennbar ist.

 P1010369 2                                  

1968 wurde das Gebäude um- und ausgebaut. Das letzte Storchennest von Beringstedt mußte weichen und wurde in einer groß angelegten Aktion an eine andere Stelle verlegt. Diese Aktion sorgte für viel Wirbel, da ein eigens hierfür bereitgestellter Helikopter bei der Umsetzung dieses Vorhabens half.

   Storchennest Aufbau  Hubschrauber    

Diese neue Nistmöglichkeit wurde von den Störchen angenommen und einige Jahre haben hier Störche genistet und ihre Jungen großgezogen. Es wurde sogar eine Dokumentation über die Beringstedter Störche gedreht. Eine DVD hierüber befindet sich im Besitz von Rolf Kühl.

Ab ca. 1980 blieb das Nest jedoch leer. Es wurde zwar der ein oder andere Storch gesehen, der hier gelandet ist, es fand sich jedoch kein Pärchen das hier nisten wollte.

2010 wurde das Nest bei einem Sturm heruntergefegt.

Storchennest bei P Breiholz

 

   

 

    2011 wurde der Standort für ein neues Nest abermals verlegt in den Wiesengrund zu H. P. Breiholz.

    Trotz viel Hoffen hat sich hier kein neues Storchenpaar eingefunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Frühjahr 2019 landet ein Storch auf dem Nest und wartet auf eine Gefährtin. Diese findet sich jedoch nicht ein und so gibt er sein Vorhaben auf und zieht weiter. In der Hoffnung, dass sich dieses im Frühjahr 2020 wiederholt, werden Birkenzweige gesammelt (6 Bündel). Diese bindet Siegfried Hinz zu einem Kranz, der dann auf dem Storchennest angebracht wird. Da sich die Storchenpopulation (dank Bergenhusen) in den letzten Jahren erholt hat und in Todenbüttel ein Storchenpaar erfolgreich seine Jungen aufgezogen hat, stehen die Chancen gut für ein Beringstedter Storchenpaar. Toi, toi, toi....

...

margarethenschrank 01Der Margarethen-Schrank                (im Versammlungsraum, Schulberg)

Fast jeder kennt ihn und läuft achtlos an ihm vorbei. Er steht in der Ecke im Vorraum zum Versammlungsraum auf dem Schulberg und heute werden Tischdecken, Kerzen, Dekomaterial und ähnliches darin aufbewahrt. Doch was hatte er einst für einen Zweck? Das wissen eigentlich nur noch die Älteren in unserer Gemeinde:

margarethenschrank 04Die 22-jährige Tochter Margarethe des Angeliter Bauern Johannes Jacobsen erkrankte an Tuberkulose. Der pflegende Vater versprach seiner Tochter am Krankenbett „etwas zu tun für Kranke und Leidende“. Er hatte nur diese eine Tochter. Sie starb 1883. Am 27. Dez. 1893 wäre der 32. Geburtstag von Margarethe gewesen. Zu diesem Anlass rief der Vater eine private Wohlfahrtseinrichtung ins Leben:

Die Margarethenspende, einen Schrank mit Pflegeartikeln, die Bedürftigen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Denn zu damaliger Zeit konnte sich ein Tagelöhner mit einem Tageslohn von 1,80 Mark einen Arztbesuch für 4 Mark nicht leisten. Knechte und Tagelöhner waren zu der Zeit nicht krankenversichert. Die Idee des Vaters hatte Erfolg und die Schränke wurden in ganz Schleswig-Holstein verbreitet und selbst bis nach Übersee. Rund 760 solcher Schränke wurden gebaut, von denen ca. 60 Stück überlebt haben.

margarethenschrank 02In der Mitte:  Ein Bild von MargaretheDarunter ein Schließfach, mit einem Schlitz darüber für Geldspenden, die dieser hilfreichen Sache zu Gute kamen.

Zur Ausstattung dieses Schranks gehörten:  Zinkwannen, wasserfeste Bettunterlagen, Spritzen, emaillierte Steckbecken mit Deckel, Urinflaschen, Schnabeltassen bis hin zu Pinzetten und einfachen Scheren, sowie Heftpflaster, Mull- und Brandbinden. Auch Krücken gehörten zur Ausstattung.

Die Ausleihen aus dem Schrank waren grundsätzlich kostenlos und wurden im „Ausleihbuch“ vermerkt. Wer es sich leisten konnte spendete für die Nutzung.

Diese Informationen entstammen einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 2009, über einen dieser hilfreichen Schränke, der sich in Gnutz befindet. Geschrieben von Sabine Sopha.

margarethenschrank 03 inhaltUnser Beringstedter Exemplar wurde dem hiesigen Frauenverein am 26.11.1929 übergeben. Er wurde bei Frau Timm, Seegen, aufgestellt und war wohl später auch bei Grete Hadenfeldt, Fiedenstr. 14 (heute Anne Solterbeck). Wilma Illing war viele Jahre Vorsitzende beim Deutschen Roten Kreuz und dies war nur eines ihrer vielen Ehrenämter. Sie sorgte damals dafür, dass dieser Schrank in das neue Gemeindezentrum von Beringstedt -auf den Schulberg- kommt. (Dies war in den 1970er Jahren, genaueres zum neuen Gemeindezentrum folgt später) Seitdem steht der Schrank nun hier. Wer die Schranktüren öffnet findet auch dort - auf der Innenseite der Schranktür- die Geschichte vom Margarethenschrank.

 

 

 

 

Bauernvogte, Gemeindevorsteher und Bürgermeister

Archiv Beringstedt - Diese Aufstellung stammt aus den Unterlagen, die Herbert Jürß zusammengestellt und vervollständigt hat.

1737                      Ties Carsten                                 Bauernvogt

1741                      Carsten Holtorf                                dto.

1742                      Jürgen Ott                                         dto.

                            …muss noch weiter recherchiert werden …. falls möglich !!!

1846                      Johann Soeth                                    dto.

1855                      Brand                                                  dto.

1869 – 1876       Hans Boie                                     Gemeindevorsteher

1876 – 1884       Jürgen Bruhn                                    dto.

1884 – 1890       Hinrich Holm                                    dto.

1890 – 1899       Johann Wendell                              dto.

1899 – 1919       Ehler Holm jun.                               dto.

1919 – 1920       Jürgen Hadenfeldt                          dto.

1920 – 1927       Otto Rosenkranz                             dto.

1927 – 1928       Gustav Möller                                  als stellv. Gemeindevorsteher

1928 – 1945      Wilhelm Thöm                                 bis 1935 Gemeindevorsteher, dann Bürgermeister

1945                    Willi Oelke, Puls                              vom 20.12. bis 28.12.1945 als Bürgermeister eingesetzt von der engl. Militärregierung

1945 – 1951       Hans Harms                                Bürgermeister

1951 – 1969       Hermann Greve                              dto.

1969 – 1977       Hans Wendell                                  dto.

1977 – 1997       Herbert Jürß                                    dto.

Liebe Beringstedter Mitbürger,

mein Name ist Rita Bokelmann. Ich möchte hier auf der Beringstedter Homepage die Arbeit unseres leider verstorbenen Ehrenbürgers und Altbürgermeister Herbert Jürß fortsetzen und eine Beringstedter Chronik erstellen, digital. Ihr werdet also hier von Zeit zu Zeit Beiträge und Fotos aus der Vergangenheit finden.

Im Herbst 2016 bin ich mit dieser Arbeit angefangen und habe auch schon mit einigen älteren Mitbürgern unserer Gemeinde gesprochen und Material gesammelt, bevorzugt alte Bilder und Informationen darüber, wer wann wo gewohnt und gewirkt hat. 

Falls Ihr, liebe Beringstedter oder außerhalb wohnende ehemalige Beringstedter, Lust und Interesse habt mich bei meinem Vorhaben zu unterstützen, so wäre ich hierfür sehr dankbar. Schaut doch mal in Eure Fotosammlungen oder Archive, ob es noch "Schätze" gibt, die hierfür geeingnet wären.

Vielen Dank und bis bald

Rita Bokelmann

Kontakt: Tel. 1643, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, oder Handy 01578 8921037 (whatsapp)

In mitten der freien Natur sowie Wald und Feld ist es doch am Schönsten. So wurden hier im Gemeindewald `Ellerrehm´ in den Sommermonaten oft Veranstaltungen abgehalten. Dazu gehörten Kinderfeste und das zu Pfingsten 1953 vom Männergesangsverein Beringstedt abgehaltene

Sängerfest                Umzug Chor mit dem jungen Lothar Meller Saar Höhe Lamprecht

In der Dorf- und Schulchronik findet sich hierzu folgender Eintrag, aufgeschrieben vom Schulleiter H. Wächtler:

Am 21.6. war das große Sängerfest des Sängerbundes an der Westbahn. Annähernd 400 aktive Sänger und 1000 Besucher wurden gezählt. Das Fest war im Ellerrehm. Es war ein voller Erfolg für unseren Männergesangsverein. Am Morgen war die Kranzniederlegung. Um 13 Uhr folgte der Umzug. Anschließend rollte das reichhaltige Programm aller Vereine ab. Noch bis in die späten Nachtstunden fanden sich die Sänger und Sängerinnen auf 4 Sälen bei Tanz und froher Geselligkeit zusammen. So ein groß angelegtes Fest bei herrlichem Sonnenwetter hatte Beringstedt lange nicht erlebt.

Pfingsten 1953 Saengerfest im Ellerrehm

Links (in weißer Jacke) steht Hannes Jahn, der Vater von Erika Wirsching. Er war Kellner in der Gaststätte Ott (heute lebt dort Fam. Quednau). Daneben steht Waltraut Holm, die damals noch Böttcher hieß und unverheiratet war. Sie arbeitete ebenfalls in der Gaststätte Ott als Bedienung und war auf diesem Fest für´s Kaffee kochen zuständig.

 

  

Dieses Bild wurde von Waltraut Holm (Saar) zur Verfügung gestellt. 

 

 

 

 

 

 

 Hier im Gemeindewald hatte der Kriegerverein einen Schießstand.

 Der Angelverein hat hier seine Vereins-Teiche.

 

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