Westerhorn

Ein Gebiet südlich der Straße nach Seefeld gelegen

südliche Gemarkung um 1965

Ein Bericht geschrieben in den 1970ern von Otto Bolln:

Um den Ertrag kalkarmer Böden zu verbessern, wurde früher gemergelt. Dieser blaue Ton mit Kalkeinschlüssen (Mergel) kommt in der Feldmark von Beringstedt in den Flurstücken Westerhorn und Kuggelin vor. Das Ausgraben des zähen Tons war reinste Schwerarbeit und es entstanden im Westerhorn tiefe Gruben, die sich bald mit Grundwasser und Regenwasser füllten, so daß neue Gruben ausgehoben werden mußten. Der Mergel kam fuderweise auf die Äcker und wurde ausgestreut, wenn er getrocknet und zerbröckelt war. Durch diese Kalkzufuhr stieg der Bodenertrag ganz erheblich. Dann ist Düngekalk an die Stelle des Mergelns getreten. Um 1960 bestehen noch große Vorkommen in den Lagern am Westerhorn, die angeblich bis zu 40 m tief reichten. Die Zementfabrik in Itzehoe (ALSEN) zeigte hieran lebhaftes Interesse, weil die bisher bei Wacken ausgebeuteten Lager zur Neige gingen und kaufte hier reichlich Land auf. Hierbei wurden beträchtliche Beträge gezahlt, wobei den vorherigen Eigentümern das Nutzungsrecht bis zur Erschließung verbleiben sollte.

Dieses Kaufinteresse sorgte bei den jeweiligen Landbesitzern für eine wahre Goldgräberstimmung, denn auch das Umland vom eigentlichen Gelände wurde aufgekauft, um genügend Platz für eine Abbau-Anlage zu haben. Man rechnete auch mit einer Absenkung des Grundwasserspiegels.

In mühevolle Kleinarbeit hat Erhard Marxen in den 1990er Jahren, mit Hilfe der Kataster-Unterlagen im Beringstedter Archiv, diese Liste der verkauften einzelnen Wald- und Feldstücke mit Größe und Vorbesitzer zusammengestellt.

Verkauftes Land an die Breitenburger Zement

Zu einem großen industriellen Abbau dieser Fläche kam es dann jedoch nie. Die Landflächen wurden von den ehemaligen Besitzern teilweise zurückgepachtet. Heute ist hier rund um den entstandenen Teich (auf Seefelder Gebiet) ein beliebtes Brut- und Rastgebiet für Wildvögel entstanden.

 

...

Die Geschichte von der `Ostermühle´ reicht zurück bis in ihre Anfänge und ist wie folgt überliefert:

(abgeschrieben aus den Aufzeichnungen von Otto Bolln und weiteren Unterlagen im Beringstedter Archiv, die von geschichtsinteressierten Beringstedter Bürgern gesammelt wurden)

Die Mühle mit Nebengebäude   das Mühlenrad  Mühle Ostermühlen

Bis 1598 war die Wassermühle in Osterstedt auf dem Platz der späteren Genossenschafts-Meierei, genannt: „Ostermölle“. Wegen des mangelnden Gefälles der Osterstedter Aue wurde sie abgebrochen und bei Hof Ostermühlen wieder aufgebaut. Ein Balken in der Mühle trägt die Jahreszahl 1598. Erst 300 Jahre später wird die Mühlenbek (heute FohrsAu genannt) durch einen Damm aufgestaut und es entsteht ein Mühlenteich.

Im ALSH (Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein) in Schleswig gibt es folgenden Text, zu finden unter LAS Abt. 123 Urk. Nr. 220:

              1470 den 11. März1470 den 11. März a

                Abschrift:

        1470 den 11. März übersetzung

 

1540     Der Hof Ostermühlen wird im Jahre 1540 erstmalig in der Steuer-Rechnung des Amtes Rendsburg genannt. Besitzer des Hofes war damals der Beringstedter

Marquart Beke      Er bezahlt an Hufenschatt (Steuern) 24 Schilling und 6 Pf. an das Amt Rendsburg.

Zum Vergleich: Auf der Hufe Hadenfeldt in Beringstedt lasteten im Jahr 1585 an Hufenschatt von 40 Schilling und 10 Pf. Dies war der weitaus höchste Satz im ganzen Bereich des Amtes Rendsburg.

1597     Als Müller wird Asmus Lensche aus der Gegend von Nortorf genannt.

Am Ende des 16. Jahrhunderts bekam Ostermühlen eine größere Bedeutung durch die nach hier verlegte königliche Erbpacht-Wassermühle. Mühlenpflichtig durch königliche Order waren die Dörfer:

Osterstedt, Todenbüttel, Maisborstel, Haale, Lütjenwestedt, Gokels, Ohrsee, Seefeld, Puls und Beringstedt

Ostermühlen

1600     Auf Ostermühlen sind ansässig:

             Claus Lucht                                                    Vollhufner auf dem Hofe selbst

             Wilhelm Hund                                              ¼ Hufner  (Stickelloh)

             Hans Timm                                                    Kätner

             Johann Güldenstedt                                   Kätner

Claus Poppe ist zu dieser Zeit Müller. Er läßt das Grundwerk der Mühle erneuern.

Im Jahr

1613     werden abermalige bauliche Veränderungen an der Mühle erwähnt, Kosten: 72 M.

1629     Paul Homfeldt aus Bünzen wird Erbpachtmüller. Er zahlt an Pacht 32 Tonnen Roggen und 16 Tonnen Malz, je zur Hälfte fällig an Pfingsten und Martini beim Amt Rendsburg.

1668     Hans Martens aus Beringstedt ist Erbpächter der Wassermühle.

So beschreibt Timm Kröger den Ort Ostermühlen in seiner Novelle "Dreschermelodie"

„Plötzlich lag ein Idyll vor mir.

Drüben am Teich ein stattlicher Hof mit mächtigem Wohngebäude

und den lindenbeschatteten Wohnräumen,

Das grüne Tafelwerk der Wände,

Das leuchtende Rot der Ziegel im blanken Wasser sich wiederspiegelt.

Die Brücke unter den Rädern dumpf rollend und dröhnend das stäubende Mühlrad

Und im Hintergrund der weite, in der Frühlingsonne strotzende Wald“

 Stationen aus dem Leben des Timm Kröger:

Geboren:                  29.11.1844         in Haale

Gestorben:              29.03.1918          in Kiel

Begraben:                                              in Elmshorn

                                     

Seine Eltern:            Hans Kröger, Hofbesitzer in Haale, geboren 1800

                                      Catharina, geb. Bornholt, geboren 1799 in Haale

Hans Kröger (der Vater) war zweimal verheiratet. Die erste Frau Triena, geb. Martens, starb mit 34 Jahren im Wochenbett. In der ersten Ehe wurden 5 und in der zweiten Ehe weitere 5 Kinder geboren. Das jüngste Kind aus der zweiten Ehe war:  Timm Kröger

Diese Familie Kröger war durch Einheirat von Vaasbüttel nach Haale gekommen, und sie waren vorher in Wiedenborstel (1697) und davor in Reher (1664) ansässig gewesen.

Timm Kröger besuchte zunächst die einklassige Volksschule in Haale. Mit 14 Jahren kam er in die Privatschule des Theologen Speck in Hohenwestedt. Er hatte ständig Heimweh nach Haale und kehrte nach einigen Jahren zurück. Hier war er zunächst Knecht bei seinem Bruder Hans, der den Hof nach dem frühen Tod des Vaters übernommen hatte. Später bewirtschaftete er das Altenteil seiner Mutter.

Dann aber kehrte er wieder in die Privatschule Speck nach Hohenwestedt zurück, um Latein zu lernen. Mit 18 Jahren wurde er in der Gelehrtenschule in Kiel aufgenommen. Hier in Kiel begann er auch das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität. Das Studium setzte er dann in Zürich, Leipzig und Berlin fort.

Dieser Bericht wurde aufgeschrieben von

Otto  B o l l n

Hamburg

Ostermühlen 

Auszug

aus dem bei der Amtsstube vorhandenen Nachrichten

über das Amt Rendsburg

gesammelt im Jahr 1809

vom Justizrath C.M.B. Langheim

An einem Teich und einer zwischen Seefeld und Puls, von Warringholz herkommenden, in der Nähe von Osterstedt fließenden Aue hat ein Haus, 2 Familien und 18 Menschen. Der Besitzer der hiesigen Erbpachtmühle hat zugleich die vormals Stickelohe benannten 3 Besitzungen und zugleich Landsteuertonnen 197.

Nach den Amtsinationsprotokoll hat

Stickelohe        5 Morgen  14 Ruthen  1 Fuß     jährliche Heuer: 14 M 5/10 ch  Pflugzahl 3/10.

Ostermühlen    30 Morgen  5 Ruthen  4 Fuß     jährliche Heuer: 199 M 3 ch     Pflugzahl 31/4.

Jetzt 1809 hat Ostermühlen Pflugzahl 45/84 und Stickelohe 3/4  5/8.

Das Ackerland ist leicht, aber fruchtbar, und sicher zum Kornbau. Die Wiesen, welche ungefähr 40 Tonnen betragen sind gut. Auch ist Torfmoor, Holz und Weide vorhanden, sowie 3 kleine Fischteiche. Die Holzgründe betragen 20 Tonnen, das Torfmoor 1 Tonne und das Weideland über 40. Die Tonne ist taxiert zu 62 ½  Ruth.

Wann die hiesige, Königliche Erbpachtmühle genannt, zuerst entstanden, davon findet sich keine Nachricht. Sie ist 1683 von neuem Erbaut und besteht aus einem Gange, so von unterverfallendem Wasser getrieben wird.

Nach Inventaris vom 20. April 1886 ist weiter kein Land dabei als 2 Scheffel Saat und etwas Wischland zu 1 Fuder Heu. Sie war dem

Claus Martens  laut Contract vom 1. Mai 1686           auf Lebenszeit in Pacht getan, und wurde                                                         dessen Sohn

Claus Martens  durch Contract vom 3. März 1708        auf Lebenszeit verhäuert

für 65 Dänische Kronen. Dessen Schwiegersohn

Claus Hadenfeldt        am 27. April 1741                    und seinen Leibeserben übergeben

in Erbpacht für 77 Dän. Kronen.

Er bezahlte die Mühle (die Hufe und das Wohnhaus ist Privateigentum) und das Dabei befindliche Zubehör mit 150 M. Es ist das Inventarium vom 26. Aug. 1709 zum Grunde gelegt. Der Erbpächter muss die Mühle unterhalten. Der Contract ist

1757      auf       Hans Hadenfeldt

1787      auf       Tienke Holm und Elisabeth Catarina Martens

1788      auf       Anna Holm, jetzt Ehefrau des Marx Vohs confirmirt.

Mit den Diensten und Führen ist es verblieben, wie vor der Erbpacht. Mühlenpflichtig sind:

Puls, Seefeldt, Ohrsee, Gokels, Lütjenwestedt, ganz Todenbüttel, Osterstedt, Beringstedt, Haale im Kirchspiel Jevenstedt, und Maisborstel im Kirchspiel Hohenwestedt welche auch zur Schenefelder Kirche gehörten.

Matten        3 mal           von einer Tonne Korn, also 3 1/4 Kannen                                                        

                    2 mal          von einer Tonne Malz

Die Mühle liegt an einem Teiche, in welche die vom Warringholzer Feld kommende zwischen Puls und Seefeld nahe bei Beringstedt vorbeilaufende Aue fällt, welche dann weiteraus dem Teiche in die Osterstedter Aue fließt. Der Ostermühler hat eine große Wiese in der Spitze der Fuhlenau und der Haaleraue bei den Beringstedter Wiesen.

Bis 1686 gaben die Zeitpächter statt Geld Roggen und Malz und standen auch die Baukosten nicht. Die Mühle ist …

...hier endet die Kopie...

 

Stickeloh / Steckellohe

„Wo liegt das denn?“  habe ich einige ältere Beringstedter gefragt. Denn diese Bezeichnung tauchte auch schon in den alten Schulunterlagen auf, wo stand, dass die Kinder aus Ostermühlen und Steckelloh schulmäßig zu Beringstedt gehören sollen. „Das liegt doch in der Nähe unseres Kuhstalls“, (Aussiedlerkuhstall Richtung Puls), sagte Anne Solterbeck. Die Flurbezeichnung Stickelohe ist auch auf der großen Flurkarte (Stand 1961)* zu finden, die im Flur unserer Mehrzweckhalle auf dem Schulberg (Eingang vom Sportplatz aus) hängt und im Archiv fand ich hierzu folgendes:

Stickeloh war früher ein kleiner Ortsteil von Beringstedt. Er lag, wenn man von Beringstedt in Richtungs Puls fährt, hinter der Au auf der linken Seite. Hinter der dort verlaufenden FohrsAu gab es 2 kleinere Hufen und 1 Kate. Diese sind im Jahr 1757 in den Besitz Ostermühlen übergegangen.

Um 1600 ist dort ansässig:        Wilhelm Hund             1/4 Hufner

1668 werden genannt:   Claus Popp und Ilsche Popp

Um 1700 sind dort ansässig:

                Detleff Ludhoff                1/8 Hufe

                Hinrich Evers                   1/8 Hufe

                Hans Timmen                   1 Kate                

Nach dem Erdbuch hatte Hans Timmen ¼ Hufe vor….(mals)….. (hier fehlt etwas Text am Rand der Kopie) …aber ganz abgebrannt, wird jährlich um 3 Reichstaler verhauert

Im Jahr 1738 werden die zwei Besitzer genannt:

                Jürgen Paulsen                 mit 1/8 Hufe

                Max Evers                          mit 1/8 Hufe.

1757 kauft die Familie Voß (Ostermühlen) den letzten Besitz von Steckellohe für 900 Mark, eine Tonne Roggen, eine Tonne Buchweizen und 1 Schaf.

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Die Sage von            De swarte Greet vun Stickeloh:

In den Tagelöhnerkaten von Stickeloh, auf dem Hof Ostermühlen, lebte ein Tagelöhner-Ehepaar. Die Frau behandelte den Mann anhaltend so schlecht, dass dieser sich am Ende im Fohrsbrook an einem Baum erhängte. Von da an war die Frau als „swarte Greet“ von Stickeloh in Beringstedt geächtet. Als sie starb, weigerten sich die Bauern, die Leiche nach Schenefeld zum Friedhof zu fahren. Schließlich wurde sie in einem einfachen Holzsarg von den Bauern im Fohrsbrook, dem Sterbeort ihres unglücklichen Mannes, in der Böschung der Fohrsau (früher auch Mühlenbek genannt) notdürftig verscharrt. Regenfälle und Kühe, die hier zur Tränke gingen, brachten nach Jahren den Sarg wieder zum Vorschein. Von da an spukte dort angeblich der Geist der Frau des Selbstmörders. Die Stelle wurde von da an auch am Tage gemieden. Der Fohrsbrook wurde später nahezu ganz abgeholzt und die Straße nach Puls führt hier entlang.

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*Diese Flurkarte (Stand 1961) wurde von Erhard Marxen angefertigt und von Lena Putzke beschriftet. Hier sind die Besitzer der einzelnen, manchmal sehr kleinen Flurstücke benannt. Nach der Flurbereinigung hat sich hier vieles verändert. Auf Listen sind die Namen der Hausbesitzer genannt, die aus Platzmangel auf der Karte mit einer Nr. versehen wurden. Diese Listen sind an der Rückseite der Flurkarte angebracht.

Übersetzung aus der alten deutschen Schrift im Jahr 2020 mit Hilfe von Gertrud Keller und Waltraud Küpers. Abgetippt und digitalisiert von Rita Bokelmann:

 

Original                                                          Dorf- und Schulchronik

 

Vorwort

Im Jahre 1929 ließ ich versuchsweise, fortlaufend die Schulchronik von meinen reiferen Schülern -unter Mithilfe der ganzen Klasse - schreiben. Meine Schüler zeigten ein reges Interesse für diese Chronik, halfen tüchtig sammeln, lernten für die Nachwelt wertloses von Wertvollem zu unterscheiden. Sahen die große Arbeit der Geschichtsschreibung, erfuhren was wertvolle Quellen der Geschichtsschreibung sind, wurden angehalten zu unterscheiden zwischen Mutmaßungen und Tatsachen. Rückblickend auf das Jahr 1929 komme ich zu dem Ergebnis, dass die Dorf- und Schulchronik mehr wertvolles für die Nachwelt auf diese Weise festhält, als wenn nur der Lehrer alleine die Arbeit tut. Meine Absicht ist nun, auch in den nächsten Jahren die Chronik in dieser Art zu führen. Damit der Schüler nicht dauernd einen Einblick in die Chronik hat, wählte ich für dieselbe das lose Blattbuch. Dieses ermöglicht auch später gefundenes chronologisch einzuordnen.

Beringstedt, Februar 1930                   Max Göttsche          

 

Seite 1 

Neujahr 1929 Markus Rubien und Christine Jensen verlobten sich.

Am 04.01. 1929 Arthur Kloppenburg, Eddelak, mit Anna Schneider hier vermählt.

Im Januar 1929 Max Muhl, Bergenhusen mit Anna Mehrens hier verlobt.

Am 4.1.1929 Holzauktion im Gehölz `Wiekhorn´ (Klaus Voß).

Am 9.1.1929 Holzauktion im Gehölz `Ellerrehm´ (Carl Wieben).

Am 11.1.1929 Gutsbesitzer Braun, der aus Südrußland vertrieben ist, hielt einen Vortrag, der folgenden Inhalt hatte:

1803 ist sein Ur-Großvater nach der Ukraine ausgewandert. Er selber hatte ein Gut von 3000 Morgen (4 Morgen = 1 Hektar). Er schilderte anhand von Lichtbildern, schlicht aber packend, die Entwicklung der deutschen Kolonie und der Schule in Rußland, bis sie dann stark von den Bolschewiken bedrängt wurden. Ein Trupp dieser Horde zog von Dorf zu Dorf, steckte die Bauern in den Keller und warf Handgranaten hinein. Andere mußten ihre Kleidung ablegen und wurden erschossen. Aber die Deutschen ließen ihren Mut nicht sinken. Mit Gottes Hilfe erduldeten sie alle Pein.

Am 12.1.1929 verpachtete Hans Timm (Saar) sein Land auf 10 Jahre.

Am 14.1.1929 wurde bei Joh. Evers ein Junge geboren.

Am 16. 1.1929 war der Frost 60 cm tief, gemessen von Bahnarbeiter Schmook auf dem Bahnhof in Hademarschen. Das Wetter war stürmisch, Windstärke 15, die Chaussee glatt, die Kälte -10°Celsius aber sehr empfindlich. 

Am 17.1.1929 der Wind hatte sich gelegt. Die Kälte war morgens 7 Uhr -10°Celsius, mittags um 12 Uhr -6°C bei ständigem Sonnenschein. Der Himmel war unbewölkt. 

Am 18.1.1929 vormittags 11 Uhr -9°C. Über Nacht hatte sich Rauhreif gebildet. Das Eis war an geschützter Stelle über 40 cm dick. Bei Gastwirt Voß fand abends 8:30 Uhr eine Kinovorstellung statt. Wer wurden gezeigt:   Hindenburger Lebenslauf    UFA Wochenschau   Im Zeppelin über den Atlantik   und 1 Trickfilm.  Die nachmittags geplante Kindervorstellung mußte wegen der Beschädigung des Drachtes und der Birne ausfallen - Anstelle des verstorbenen Ältermannes der Beringstedter St.-Vitus-Gilde wurde sein Sohn, Claus Holm, gewählt.

Am 19.1.1929 erfolgte ein Witterungsumschlag. Die Temperatur stieg von -10° Celsius auf +4° Celsius.

Schulberg 3

 Zur Vorgeschichte siehe: Die Geschichte der alten Schule in der Alten Dorfstraße

 

In der einstigen Schule (bis 1971) auf dem Schulberg befindet sich heute die Kita -Schulbergspatzen- 

                                           Schule Schulberg 3      Postkarten 2 3       Postkarten 3 2                                                              

Baubeginn Sept. 1900    Fertigstellung/Einweihung Mai 1901

Die Linden vor dem Gebäude wurde 1905 gepflanzt. Es waren anfangs mehr. 1990 stehen noch drei Linden und 2019 wird eine weitere Linde gefällt.

Schulberg Wasserturm   

Schulberg 3

Am 22. Mai 1900 wurde der Beschluß gefaßt, auf der Rugeschen Koppel eine Schule mit zwei Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen zu errichten. Den Zuschlag erhielt der Beringstedter Maurermeister H. Evers zu einem Baupreis von 11.120 Mark. Alles Baumaterial lieferte die Schulgemeinde. Die Bauarbeiten wurden am 19. September begonnen und am 20. Oktober war bereits Richtfest. Am 20. Mai 1901 wurde der Neubau von dem Rendsburger Stadtbaumeister abgenommen. Am folgenden Tag wurden Mobiliar und Inventar aus der alten Schule in die neue Schule überführt, und am nächsten Tag nach einer kurzen Abschiedsfeier im alten Haus der Unterricht im neuen Schulgebäude aufgenommen. Die alte Schule wurde für 2000 M verkauft. Die Einweihung der neuen Schule nahm der Ortsschulinspektor Pastor Ramm am 31. Mai 1901 vor.

Im Jahr 1900 hatte Beringstedt 491 Einwohner, davon 92 Schulkinder. Die Schülerzahl stieg jedoch schon 1902 auf 112 Schulkinder.

Hauptlehrer Claus Thomsen und seine Klasse

Die Schulfahne von 1890

Schulfahne von 1890 für website  

Nach 5 Jahren Halbtagsschule erhielt Lehrer Thomsen endlich Unterstützung durch den Lehrer Kühl, der vom 1.10.1902 bis 31.03.1905 die 2. Lehrstelle verwaltete.

 Seine Nachfolger wurden Lehrer Johannes Bernhard Gaiser, bis Mai 1908, und Lehrer Hans Heinrich Jahn, ab Okt. 1908 bis 1912. Im Jahr 1908 mußte Lehrer Thomsen somit ½ Jahr lang alleine unterrichten. Am 1.10.1908 wurde er nach Hüllerup bei Flensburg berufen. Der am gleichen Tag eintreffende 2. Lehrer Jahn mußte nun auch ½ Jahr lang alleine unterrichten, da der neugewählte 1. Lehrer Klaus Christian Heinrich Jürgens erst am 1.4.1909 seinen Dienst antrat. Er blieb bis 1910 in Beringstedt.

Schulbild von 1910 mit Chr. Büßen

Dieses Bild wurde (Mai 2020) von Annelene Illing zur Vergügung gestellt. Es zeigt ihre Mutter Christine Möller (später Büßen): obere Reihe, 4. Mädchen von links.

 

Eintrag in der ersten Schulchronik am 14.10.1910, Seite 138:     Der neue Schulschrank wurde in den Herbstferien von dem Tischler Rubien gemacht für 392 (altes PfundZeichen) Roggen. Die Malerarbeiten führte (Name ?) aus, 100 (altes Pfundzeichen) Roggen. Ich kaufte 2 Landkarten, Europa, und die westl. Erdhälfte, von Harms, Preis 32 + 28 Mark.

Seine Nachfolge trat am 1.10.1910 Lehrer Nickels Friedrich Elinius Nickelsen an. Als Lehrer Jahn nach bestandener 2. Prüfung Beringstedt am 30.09.1912 verließ, erhielt die Schule

erstmals eine Lehrerin, Emma Margarethe Hansen, die aber schon am 31.3.1913 nach Rendsburg versetzt wurde.

Im Jahr 1912 betrug die Schülerzahl der I. Klasse 67 Schüler (39 J.+28 M.), die II. Klasse 53 Schüler (28 J.+25 M.). Die 2. Lehrstelle wurde weiterhin mit Lehrerinnen besetzt, vom 1.4.1913 mit Lehrerin Elisabeth Chemnitz, bis 30.09.1913 und vom 01.10.1913 bis 31.3.1914 mit Lehrerin Cäcilie Sievers.

Schulbild von Martens Album für website

Welche der drei Lehrerinnen hier auf dem Bild zu sehen ist, bleibt unerwähnt.

 

Am 1.10.1913 trat auch der Lehrer Otto August Wilhelm Schulze seinen Dienst in Beringstedt an. Er war für die 2. Lehrerstelle gewählt, mußte jedoch bis zum Eintreffen

des neuen 1. Lehrers dessen Stelle verwalten.

Folgendes Bild wurde von Annelene Illing zur Verfügung gestellt, darauf zu sehen ihre Mutter Christine Möller (später Büßen)

Lehrer Schulze und Kinder  Lehrer Schulze mit den Mädchen der Oberstufe, ca. 1914

von oben links:     Erika Peters, Else Harms, Marie Maas, E. Homfeld

2. Reihe:   Ella Schmidt, Else Heesch, K. Schröder, A. Hadenfeldt, Anna Haark, Wilhelmine Trede

Davor:   L. Clausen, Adele Schipmann, Grete Hadenfeldt, Frida Homfeld, Emma Schröder, Helene Looft, Berta Tiebensee, Magda Grimm, Wilhelmine Jaap, Christine Schütt,

Christine Büßen, Lene Kock, Marie Hadenfeldt, Martha Dallmeier, Lehrer Schulze, Marie Bruhn, Anna Betka, Anna Butenschön

 

Schulbild 2 von Martens Album für website

Lehrer Schulz mit den Jungen seiner Klasse

Am 1.4.1914 trat  Max Göttsche seinen Dienst an. Nun trat Ruhe und Stetigkeit ein, denn Lehrer Göttsche amtierte in Beringstedt bis 1950, also während beider Kriege. Mit Beginn des ersten Krieges wurden er und Lehrer Schulze zum Heeresdienst einberufen. Ihre Vertretung bereitete große Schwierigkeiten. Als Vertreter werden genannt: Lehrer a.D. Evers, Schulamtskandidat Griep, Lehrer Happek und schließlich Lehrer a.D. Lipp (1.3.1915 bis Weihnachten 1915). Lehrer Göttsche wurde Ende 1915 wegen Erkrankung an Typhus vom Heer entlassen und trat am 6.1.1916 wieder seinen Dienst in Beringstedt an. Er fand 105 Schulkinder vor, die er -ebenso wie die aufgeführten Vertreter- alleine unterrichten mußte. Von diesem Jahr an berichtet er über Schülersammlungen für Kriegsanleihen, für Kriegsgefangene, für die Flotte und über eine Wollsammlung.

Am 11.1.1917 wurde er wieder zum Heeresdienst einberufen. Seine Vertretung übernahm am 5.2.1917 der kriegsgeschädigte Lehrer Peters, der aber am 15.5.1917 wieder ins Lazarett mußte.

Vom 16.5. bis 6.11 1917, ca. 1/2 Jahr lang, fand kein Unterricht statt in der unteren Klasse.

Erst am 6.11.1917 wurde wieder ein Lehrer eingewiesen, der beinamputierte Adolf Ebel.

Schulbild

Dieses Bild wurde von Elfriede Krey (im Jahr 2019) zur Verfügung gestellt. Leider existiert keine Jahresangabe darüber, wann es aufgenommen wurde. Ebenso keine Namen der Schulkinder und des Lehrers.

 

1918 sammelten die Beringstedter Schulkinder 4000 Pfund Laub, das zu Heu für das Vieh verarbeitet wurde. Für 1 Pfund Laubheu erhielten die Kinder 18 Pfennige. Am 13.12.1918 übernahm Lehrer Göttsche wieder den Unterricht an der 1. Klasse. Anfang 1919 verließ Lehrer Ebel Beringstedt und Lehrer Schulze übernahm wieder seine Klasse. Er blieb bis zum 31.5.1921 in Beringstedt.

Wie wir unsere neuen Tische und Stühle bekamen

Heimatbuch 1, Seite 89 u 90, Übersetzung aus der alten deutschen Schrift:

Schon lange warteten wir Schüler auf unsere neuen Tische und Stühle in der ersten Klasse. Endlich war dann der lang ersehnte Tag herangekommen. Es war am 19. Juni 1928, wo wir wie gewöhnlich unseren Unterricht beginnen. In der ersten Stunde nahmen wir noch Platz auf unseren alten Bänken. Es war aber auch die letzte Stunde auf denselben. Bald kam die Pause. Unser Lehrer fragte uns: „Nun wollen wir unsere alten Tische und Bänke auf den Schulhof tragen und die neuen holen?“ Mit großem Jubel wurde von allen Schülern zugestimmt. Denn die alten Bänke hatten uns schon manch Unangenehmes bereitet. Oftmals hatten wir uns schon mit einem Splitter befreunden müssen, denn von ungeschützten Buben waren allerlei Löcher in den Tisch geschnitzt. Es war aber auch keine Seltenheit, wenn das Tintenfass über den Tisch rollte. Jetzt aber gab es eine Änderung. Mächtige Kraftmenschen wollten ihr Werk zeigen. Hart werden die alten Bänke angefaßt und auf den Spielplatz gestellt. Alle rennen und grölen durcheinander. Wenn wir es gar zu arg trieben, wurden wir vom Lehrer gestört. Auch hatten wir gute Drückeberger dazwischen, aber das Befehlen verstehen sie meisterhaft. Einige Mädchen können gar nicht die Zeit abwarten, die Bänke sind noch nicht alle draußen, da fangen die schon an zu fegen. Wie nun die letzten alten Bänke draußen sind, ist die Schulstube auch schon von den Mädchen gereinigt. Jetzt gibt der Lehrer den Befehl zum Aufstellen, wenn es auch bißchen durcheinander war, mußte sich aber eben helfen. Nun marschierten die Schüler über die Hauskoppel und Hofstelle von Frau Ruge nach dem Tischler hin. Von weitem hörte man das Geklapper, wie sie über die Hofstelle gingen und ein wütender Hund bellte die Garde an. So sind wir dann beim Tischler (Rubien, Im Eck 1) angelangt. Je zwei nehmen einen Tisch und mit fröhlicher Stimmung geht es der Schule wieder zu. Hier werden sie erstmal hingestellt, und die Stühle werden nachgeholt. Aber auch bald sind sie herbeigeschafft und am richtigen Platze hingestellt. Dann müssen wir uns am Tische auf die neuen Stühle setzen. Nur wurden sie geprüft, welchen Vorzug sie hatten gegen die alten Bänke. Schnell ging der Vormittag hin, und zu unserer Freude bekamen wir dann auch noch keine Schularbeit auf.

Angefertigt am 22.6.1928 von Heinrich Sievers

 

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Anne Marie Wieben, Berinstedt, 8.12.1936                              (Anmerkung: Max Göttsche, Lehrer in Beringstedt seit 1914, Anne Marie Wieben war 11 Jahre alt, als sie dies schrieb)

Am 2. Oktober 1936 hatte unser Lehrer 30-jähriges Jubiläum er war also 30 Jahre Lehrer. Morgens hatten wir einen Ausflug, als wir wieder zurück kamen machten wir eine Flaggenparade. Nach dem sind wir auf dem Schulhof photografiert von Lehrer Göttsches Tochter Helmi. Es ist unter einer Linde, unser Lehrer Göttsche steht mitten zwischen seinen Schülern. Ich liege auf der Erde, vorne an die letzte auf der ersten Seite.

30 jährigesJubiläumLehrerGöttsche 3 

 Ein Bild aus dem Album der Familie Wieben, zur Verfügung gestellt von Ute Bast, geb. Kröger,Tönning)

 

 

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Aufsatz einer Beringstedter Schülerin oder Schülers:

vom 22.08.1948

Wie veränderte die DM unser Straßenbild

Einige Tage nach der Währung hielten schon wieder große Autos vor den Kaufhäusern und luden Geschirr und Hausstandssachen ab. Es kam eine Menge Sachen zum Vorschein und es wurden ausgeladen an Porzellan: Teller, Tassen, Schüsseln, Milchtöpfe, Kaffeekannen und viele andere Sachen. Auch an Eisenwaren und Stoffen fehlt es nicht. Und mit einem Male ist alles wieder da. Als wir beim Bäcker kamen, wie staunten wir. Es gab schöne weiße Brötchen und schöne Kuchen, die wunderbar garniert waren. Überhaupt alles, was wir noch nie gesehen haben und unsere Eltern es früher vor dem Kriege kannten. Alles war wieder da, nur ein Aber ist dabei. Die Waren sind furchtbar teuer und man mochte gern das Nötige kaufen. Auch die Züge und Omnibusse sind fast leer. Viele Menschen sind nun arbeitslos geworden. Die alte Farbe von den Häusern wird wieder neu angestrichen. Die DM hat viel aufgebracht. Jetzt sieht man die langen Schlangen nicht mehr bei den Kaufhäusern. Sondern Fisch- und Gemüseautos fahren im Dorf rum und fragen vor. Es hat sich nach der DM viel verändert.

 

 

in Aufsatz von Günter Adomat, geschrieben am 21.06.1948

Aufgeregte Leute

Das Tagesgespräch heißt jetzt: Währungsreform. Überall wo einige Leute zusammen sind wird über dieses Thema debattiert. Man braucht bloß die Zeitung zur Hand zu nehmen und schon liest man überall etwas von der Währungsreform. Vor mir liegen zwei Zeitungen. Aus diesen will ich mal die Überschriften, die mit der Währungsreform verbunden sind, heraussuchen. Ganz oben steht:

                                                                            „Wann kommt nun der Tag X ?“

Darunter in dünner Schrift:                      „Clay erklärte, den Termin der Währungsreform selbst nicht   zu kennen!“

Über dem Leitartikel steht:                      „Vor dem Tag X“.

Über einem anderen Abschnitt heißt die Überschrift:

                                                            „Sonne, See und Sand mit Hintergründen“.

Und als Zweite:                                             „Bäderreisen von Sylt bis Eiderstedt im Schatten der   Währungsreform“.

Als letzte Überschrift lese ich:                 „Kiel hat schon neues Geld“.

Auf der anderen Zeitung lese ich:          „Währungsreform in mehreren Etappen“

Ein Anderer macht seine Glossen über den Tag X und malt sich aus, was dann der Rundfunk senden wird. – Man merkt also gleich, daß der Tag X nähergerückt ist, obwohl schon immer über die Währungsreform geredet wurde. –

Nun will ich noch eine Unterhaltung von 3 Personen wiedergeben, die ich auf der Eisenbahnfahrt von Hohenwestedt bis Beringstedt mit angehört habe. Frau Schulze und Frau Müller unterhalten sich. Frau Schulze, die von Neumünster kommt sagte: „Eigentlich wollte ich gar nicht mehr nach Heide fahren, denn wenn unterwegs die Währung kommt, sitze ich da.“ „Ach das ist nicht so schlimm“, meint Frau Müller, die Fahrten haben noch 2 Tage länger Gültigkeit, damit ein jeder noch nach Hause fahren kann.“ „Ach so ist das, dann hätte ich ja auch noch zu meiner Mutter fahren können“, erwidert Frau Schulze. Frau Müller sagt: „Na klar, ich fahre jetzt auch noch schnell zum Besuch, ehe das Geld entwertet ist, denn nachher wenn das Geld wertlos wird, können wir uns dieses nicht mehr leisten.“ „Wie geht alles eigentlich vor sich?“ fragt Frau Schulze. Frau Müller antwortet: „Sie sind aber schlecht im Bilde, wissen sie denn noch gar nicht, daß wir für 40 M altes Geld 40 M neues bekommen? Und damit basta!“ „Wa wa waas?“ stammelt Frau Schulze, „das ganze Geld flöten? Ich denke es soll 10% aufgewertet werden. Was wird aus den Tausenden meines Mannes? War das Leben nicht gut bis jetzt?! Mein Mann hatte es nicht nötig zu arbeiten, denn er hatte viel Geld. Die Herren von der Regierung wollen das natürlich wieder besser wissen. Sie wollen uns arm machen.“ Jetzt mischt sich Herr Schneider ins Gespräch. Mit energischem Ton hebt er an zu reden: „Ich glaube, daß es den Schwarzhändlern jetzt an den Kragen geht und sie arbeiten müssen. Und das ist gut.“ Betroffen schweigt Frau Schulze. Jetzt wendet sich Frau Müller an Herrn Schneider und fragt: „Haben sie auch schon gehört, daß der Russe mit der Währung mitmacht?“ „Nein“, antwortet Herr Schneider. Frau Müller: „Mir hat man erzählt, daß wenn wir das neue Geld in roten Scheinen kriegen, die Menschen in der russischen Zone in blauen Scheinen oder umgekehrt.“ Herr Schneider: „Ist mir unbekannt.“ – Jetzt gibt es einen Ruck. Der Zug steht.   „Beeeringstedt“, ruft der Schaffner. Ich steige aus und begebe mich nach Hause.

 

Geschrieben am 13.11.1947                       - es fehlt der Name des/der Schreibers/in -

Der Normalverbraucher

Es ist in der Schlange beim Kaufmann Ruge. Viele Menschen stehen hier und wollen sich ihr Gemüse abholen. Ich stelle mich auch an. Hinter mir kommen noch mehr Menschen. Frau A fragt: „Was gibt es hier?“ „Kohl“, antwortet Frau B. Frau A sagt: „Jaja, wegen einem Kohlkopf muß man eine Stunde stehen. Wieviel besser haben es doch die Selbstversorger. Die gehen in den Garten und holen sich was sie brauchen. Dann gehen sie in die Speisekammer und nehmen sich ein Stück Speck dazu; da ist es keine Kunst Mittag zu kochen“. Frau B sagt: „So wie sie es sagen ist es doch nicht. Der Selbstversorger muß sich ja auch einrichten. Und warum soll er für seine Arbeit nicht auch gutes Essen haben. Ich sage ihnen: Mann soll einem Ochsen der drischt nicht das Maul stopfen. Und die Zeiten werden sich ja auch ändern“. Frau A: „Ja, die Selbstversorger sitzen hinter ihren Schmalz- und Fleischtöpfen und wir hungern hier. Haben sie sich schon mal unsere Karten (Lebensmittelkarten) angesehen? – Was gibt es darauf? Ich will es ihnen mal erzählen: 150 g Fett, 11 kg Brot, 500 g Zucker, 62,5 g Käse, 400 g Fleisch, 600 g Fisch, 1000 g Nährmittel und 8 kg Kartoffeln. Davon soll … (hier endet die Kopie)

 

Geschrieben von Anne Kock:                               -Sie wohnte Im Eck. Tochter von Lene Kock, altes Reetdachhaus.-

Unsere schöne Allee

Es ist Nachmittag. Ich gehe die Chaussee entlang. Rechts und links von mir liegt aufgespaltenes Holz. Unsere Kastanienallee ist verschwunden. Die Straße ist mit kleinen Zweigen übersät. Das Wasser in den Gräben hat sich blau gefärbt. Die Alleebäume sind von Arbeitern gefällt. Diese können für ihre Arbeit die Krone und die Hälfte des Stammes behalten. Der Rest des Stammes gehört dem Staate und soll zu Holzkohle verarbeitet werden. Richtig öde und kahl ist es jetzt an der Straße. Aber einmal muß sie doch weichen und einer jungen Allee den Platz einräumen. Und doch denken wir noch immer an sie. Wie sie im Frühling ihre Knospen öffnet und ein dichtes Laubdach über die Straße spannt. Und später, wie sie ihre weißen Blütenkerzen trägt. Richtig stolz kann sie dann sein! Ihren guten Schatten werden wir aber doch noch sehr vermissen. Sie wird uns keinen Schutz vor dem überraschenden Regen mehr bieten können. Nein, mit dir du alte schöne Allee, ist alles verschwunden, so wie das Blühen deiner leuchtenden Kerzen, auch das muntere Gezwitscher der Vögel. Aber doch erwacht im Herzen eine leise Hoffnung an eine neue, junge und schöne Allee wieder auf. Und vor unseren Augen sehen wir sie leuchten und blühen wie unsere alte Allee.

Postkarte 6 weniger mb  Der Saar ca. 1910/20   Steinbergstr.   und die Steinbergstraße mit Alleebäumen.

 

 

 

 

Alte Schule   Diese Bild wurde 1954 aufgenommen von Annelene Büßen (später Illing).

 

Die Geschichte der alten Schule von Beringstedt

aufgeschrieben von Hauptlehrer a.D. Hans Roske (Schulleiter in Beringstedt von 1956-1964) übersetzt aus der alten deutschen Schrift:

Die Beringstedter Schulchronik ist von Lehrer Thomsen angelegt worden, der von 1881 – 1908 hier tätig war. Desweiteren hat Otto Bolln einige Details aus den Anfängen aufgeschrieben und unser Ehrenbürger Herbert Jürß hat viele schriftliche Fakten im LandesArchiv Schleswig gefunden, die dort aufbewahrt werden. Desweiteren hat er einige Bilder hinzugefügt zu denen später weitere Bilder hinzugefügt wurden.

Im Kirchspiel Schenefeld, zu dem Beringstedt damals gehörte, steht im Jahr 1686 geschrieben, dass in jedem Dorfe eine Schule vorhanden ist! (Dies ist im Visitationsbericht d. Gen.-Sup. Erdmann von 1686 im Landesarchiv Gottorf nachzulesen).

Erst nach 1700 gibt es reichlichere Nachweise über Schulen (Vergl. Anl.2. Bericht des Past. Haberkorn von 1708. L.A. Gottorf A.III. 1578). Was in den Akten erscheint sind zunächst Klagen der Pastoren über Unzulänglichkeiten im Schulwesen. Schulen wurden nur von Martini bis Lichtmess (Winterschule, 10. Nov. bis 2. Febr.) gehalten. Als Schulmeister stellten die Bauern eben aus der Schule entlassene Jungen an, nach dem Grundsatz: je billiger, desto angenehmer. Die Ansprüche an die Qualifikation der Lehrer sind, wenn sie nur der reinen Religion zugetan, ebenso gering wie deren Einkünfte. Ein Zwang, die Kinder zur Schule zu schicken bestand nicht. Entzweite sich der Schulmeister mit dem Bauern, so nahm dieser die Kinder aus der Schule und beredete auch andere dies zu tun. Sie nahmen dann einen weiteren Schulmeister an, so daß oft zwei Winkelschulen im Dorf waren. Der Schwedeneinfall 1712 und die Pest ließen keine Weiterentwicklung der Schulen zu. Erst die Synoden in Rendsburg von 1723 und 1725 brachten neue Anregungen, die am 6.4.1726 die Bestätigung des Königs fanden. Sie besagten:

1.       Die Küster sollen selber die Schule halten.

2.       Nur vom Ortspastor geprüfte Lehrer dürfen angestellt werden.

3.       Nebenschulen sind im gleichen Ort nicht zu dulden.

4.       Es ist festzusetzten in welchen Dörfern Schulen sein sollen.

5.       Das Schulgeld für arme Kinder ist aus dem Klingbeutel zu zahlen.

6.       Winter- und Sommerschule ist abzuhalten. Im Sommer für die Kinder von 7 bis 12, im Winter auch für die von 12 bis 14 Jahren.

7.       Wenigstens alle vier Wochen sollen die Prediger die Schulen visitieren und alle Vierteljahr dem Propsten Bericht darüber geben.

8.       Die Städte haben Mädchenschulen anzulegen, die von gottseligen Frauen und Jungfrauen verwaltet werden sollen.

9.       Nachlässige Eltern sollen mit Brüche bestraft werden.

Damit wurde der Schulzwang erneut angeordnet, aber er stand zunächst nur auf dem Papier. Es fehlte am guten Willen der Gemeinden und am Können der Lehrer, denn die waren selbstgebildet (Autodidakten). Erst knapp 10 Jahre später gab Conradi keine Ruhe mehr zur Verbesserung des Schulwesens. Die Synode von 1734 gab neuen Antrieb. Zu ihr hatten die Pastoren schriftliche Berichte und Vorschläge für das Schulwesen einzureichen. Vom Nortorfer Pastor Reißich (Kirchenarchiv Nortorf) wird berichtet: Mit dem Schulwesen ist es sowohl im Kirchdorf, als auch in den sonstigen Gemeinden schlecht bestellt. Sommerschule gab es fast gar nicht. Verschiedene Eltern senden ihre Kinder auch im Winter nur drei oder vier Tage in der Woche in die Schule, damit sie dann nur 6 Pf. Schulgeld zu geben brauchen, während sie sonst 1 Schilling für die ganze Woche bezahlen mußten. In keinem Dorf war ein beständiger Schulmeister. Im Herbst nahmen die Bauern einen Schulmeister an und schickten ihn zur Prüfung zum Pastor. Der muß mit ihm zufrieden sein, damit die Schule wenigstens einigermaßen versorgt wird. Schuld an diesem Zustand hat das Fehlen von Schulhäusern und die fehlende Besoldung. Auch sind Dörfer vielfach zu klein, um einen Schulmeister dauernd zu unterhalten. Reißlich macht darum Vorschläge:

1.       In jedem Dorf muß ein Schulhaus gebaut werden, das von allen Steuern befreit ist, ein geprüfter Lehrer muß fest angestellt werden.

2.       Kleine Dorfschaften müssen zusammengelegt werden.

3.       Dem Schulmeister muß ein festes Einkommen außer dem Schulgeld gegeben werden.

Ähnlich lauten die Berichte aus den anderen Kirchspielen. An Schulgeld wurde wöchentlich gezahlt für jedes Kind, das im Katechismus und Lesen unterrichtet wurde 1 Schilling, wenn es aber auch Schreiben und Rechnen lernen soll 2 Schilling. Jeder Hauswirt gibt dem Schulmeister bei jedem Backen ein Brot, und wenn er schlachtet, eine Wurst. Auch die nötige Feuerung.

Verzeichnis der Lehrkräfte die in den Schulen in Beringstedt unterrichtet haben,

ab 1743 bis zur Auflösung der Schule im Jahr 1971:

1.       Lehrerstelle (Leiter), alleiniger Lehrer:

Ehler Ruge                                                         1743     

Er hatte in diesem Jahr einen tödlichen Unfall -siehe Bericht alte Schule-. Sein Eintritt als Lehrer ist leider nicht mehr feststellbar.

Kaltenbach                                         1743 -   1768     

Jürgen Lucht                                      1768 -   1788

Michaelis                                            1788 -   1790

Paul Ruge                                           1790 -   1798

Fischer und Sachau                          1798 -   1800      wahrscheinlich Aushilfskräfte

------------- ca. bis hierhin wurde der Unterricht, wenn überhaupt, im Mückenhörn  (Haus Bolln, dann Lütje) abgehalten. Möglich ist auch, dass es vereinzelt auf  Höfen Unterricht für die eigenen Kinder gegeben hat. So z.B auf dem Hof Lucht (später Mehrens), im Hause Hadenfeldt und Voss sowie in Ostermühlen evtl. auch auf anderen Hufen. Hierüber gibt es jedoch keine Belege, ist aber denkbar, denn wer lesen und schreiben gelernt hatte, war gegenüber den Anderen im Vorteil, und dass haben sicherlich auch die Menschen damals schon gewußt.----------------

Claus Jakob Kruse                           1800 -   1836     

Im Jahr 1812 hatte die Schule nur 47 Kinder  lt. Akt. 65..2/3189 des Landesarchivs Schleswig-Holstein, Schleswig

E. C. Wernecke                                1836 -   1856

J. Fr. Lindemann              1.11.1856  bis    31.10.1881         

H. C. M. F. Thomsen       1.11.1881  bis    31.03.1909

---------------------------------------ab 1901 im neuen Schulgebäude Schulberg--------------------------------------------------------------

Kl. Chr. Jüergens              1.04.1909  bis      1.10.1910

Nickel Nickelsen              1.10.1910  bis    30.09.1913

Wilhelm Schulze              1.10.1913  bis      31.3.1914

Max Göttsche                   1.04.1914  bis      30.4.1950

Helmut Wächtler             1.05.1950  bis    30.09.1955

Friedrich Ehlers                1.10.1955  bis    31.12.1955         Vertretung

Hans Roske                        1.01.1956  bis    31.03.1964

Friedrich Ehlers                1.04.1964  bis    31.03.1965          Vertretung

Lieselotte Sprengel         1.04.1965  bis    30.11.1966          Vertretung

Lippoldes                            1.12.1966  bis    Anfang 1968

Otto Grams                        Anfang 1968 bis 1971          

Die alte Sporthalle  -Jugendheim-

 

 

Eintrag in der Dorf- und Schulchronik, Seite 301:

Winter 1953/54

In dem Schulgarten, der an den Sportplatz grenzt, ist in den Weihnachtsferien mit den Ausschachtungsarbeiten für einen Barackenbau begonnen worden.

Für die Dorfjugend sollen darin ein Dusch-, ein Spiel- und ein Sportraum untergebracht werden. Der Bau verspricht sehr geräumig zu werden. Die Bodenfläche beträgt 10 x 20 m. Bis zum Kinderfest am 1.6. war die Baracke mit Eternit gedeckt. Der Duschraum konnte am 12.7. benutzt werden. (Vorläufig nur als Waschraum). Erst 1955 kann die Baracke fertiggestellt werden, weil die letzten 3000 DM fehlen. Vorläufig hat man noch keine Zuschüsse vom Land oder aus dem Bundesjugendplan dafür bekommen können. Der Bau kostet bis jetzt rund 10.000 DM.

Dezember 1954

Für unsere Baracke haben wir am 3.12. vom Schuletat einen Sprungkasten bekommen.

November 1955

Ende November wurde die Turnhalle (Nordteil) von Aug. Sievers gestrichen, und zwar innen. Die 2. Hälfte (Süden) muß Karl Sievers noch streichen. Außerdem wurden 4 Pfeiler gemauert, auf denen die Eisenträger ruhen. (Stützen fallen dadurch weg.)

Juni 1956

Am 21. Juni fanden in Beringstedt die Bundesjugendspiele statt. Sie sollen von jetzt an immer hier stattfinden, weil hier die besten Platzmöglichkeiten vorliegen. Außer Beringstedt nahmen teil die Schulen Todenbüttel, Nienborstel, Haale, Lütjenwestedt und Osterstedt. Da ich mit den großen Schülern an den vorhergehenden Nachmittagen einwandfrei Lauf-, Sprung- und Wurfbahnen angelegt hatte, gingen die Wettkämpfe reibungslos vonstatten. Die Beringstedter Mannschaften wurden 1. im Handball (Jungen) und in der Staffel, 2. im Faustball (Jungen) und Völkerball (Mädchen). Einzelsieger wurden Otto Hinrichs (51 P.), Detlef Kock (45) Wolfgang Jahn (46), Werner Damath (43,5), Kurt Dallmeyer (41,5), Harry Janz (40), Erika Bartsch (50,5) und Hannelore Klose (46,5). Otto Hinrichs war Jahrgangsbester und Erika Bartsch Beste aller Schulen. Die Baracke tat als Umkleideraum gute Dienste

September 1956

Am 16. September wurde die „Baracke“ feierlich eingeweiht und erhielt den Namen „Jugendheim“. Vertreter des Kreises, der Bürgermeister und Vertreter der umliegenden Dörfer hielten Ansprachen vor einer großen Teilnehmerschaft aus Beringstedt. Es wurde versprochen, den als Turnhalle eingerichteten Raum in den folgenden Jahren laufend mit Geräten auszustatten. Als Anfang wurde von einem Nachbarkollegen ein Fußball gestiftet. Der Beringstedter Gesangverein sang – zum erstenmal mit Frauen – einige Lieder. Am Schluß gab ich (Lehrer Roske) meiner Freude Ausdruck, daß ich zum erstenmale in meiner 35-jährigen Lehrerlaufbahn eine Turnhalle zur Verfügung habe. „Aber geturnt wird darin nur bei ganz schlechtem Wetter, sonst turnen wir immer in frischer Luft!“

 

 

Diese Holz-Baracke stammt ursprünglich aus Oldenbüttel und diente dort als Unterkunft für Kanalarbeiter.

 Alte Sporthalle

Lt. Zeitungsbericht vor 1960

Im Jahr 1950 wurde eine ca. 1 ha große Koppel gepachtet, planiert und mit einer Reihe von Plätzen versehen. Die Fußballer erhielten ein Feld, zwei ideale Faustballfelder wurden geschaffen und gleichfalls wurde ein Übungsplatz für die reitsportbegeisterte Bevölkerung des Dorfes angelegt. Die Krönung dieser ohnehin schon vorbildlichen Sportanlage wurde nun im letzten Jahr geschaffen (1956). Die für sportliche Dinge sehr aufgeschlossene Gemeindevertretung, Bürgermeister Greve an der Spitze, faßte den Beschluß, eine große Baracke 22 x 12 Meter zu kaufen, um in ihr eine Turnhalle und eine Unterkunft für die Sportler zu schaffen. Dank einer Unterstützung durch den Sportförderungs-Ausschuß konnte der Plan verwirklicht werden. Sie hat ein festes Fundament und neben der 13 x 10 m großen Turnhalle befindet sich ein Aufenthaltsraum für die Jugendgruppe, ein Umkleideraum und ein Waschraum mit Duschen. Auch die Tischtennis-Abteilung des TSV-Beringstedt hat in der neuen Turnhalle an 6 Platten die Möglichkeit sich eifrig zu betätigen. Beringstedt hat durch die Anschaffung und das Aufstellung dieser Turn-Baracke und durch die Anlage eines Sportplatzes, die sich beide in nächster Nähe der Schule befinden, ein sehr gutes Vorbild für unsere Landvereine gegeben. Vielleicht macht dieser Baracken-Ersatz jetzt für die an vielen Orten so dringend benötigten Turnhallen in weiteren Orten Schule.

Am 16.09.1956 wurde diese Turnhalle mit einem Fest auf dem Sportplatz vor der Halle eingeweiht. Hierzu gibt es folgende Bilder:

Einweihung Sporthalle 1956 12   Einweihung Sporthalle 1956 14   Einweihung Sporthalle 1956 5   Einweihung Sporthalle 1956 4

Einweihung Sporthalle 1956 6   Einweihung Sporthalle 1956 7   Einweihung Sporthalle 1956 10   Einweihung Sporthalle 1956 9

Einweihung Sporthalle 1956 1 Einweihung Sporthalle 1956 13

Die Schul-Linden

Schule 01 

Ausschnitt einer Postkarte von 1907 (siehe Bild oben links und rechts später)

 Schule Schulberg 3

1905 wurden die Schul-Linden vor dem neuen Schulgebäude auf den Schulberg gepflanzt.

 

Auf dem Vorplatz der Schule war der Pausenhof. Frau Illing übt mit den Kindern einen Tanz. Im Hintergrund (Bild rechts) sieht man die Linden, die hier einst am Schulberg gestanden haben.

   Schule 02   

 

Eintrag in der Dorf- und Schulchronik am 15.3.1944:                        Mehr Licht!

An der Südseite unseres Spielplatzes standen 8 Linden. Sie waren schon recht hoch und nahmen uns viel Licht. Mitunter mußten wir während der Schulzeit mitten im Sommer elektrisches Licht andrehen. In dieser Kriegszeit müssen wir aber Strom sparen. Am Dienstag d.W. wurden von einem Arbeiter und von einem gefangenen Russen jede zweite Linde gefällt. Eine fallende Linde hing sich in einer Stehenden auf. Diese zogen die Knaben mit einem Tau herunter. Ein heftiger Westwind half tüchtig. Die stehenden Linden wurden scharf ausgeputzt. Jetzt dringt wieder viel Licht in unsere Klasse.

Diareihe_6_-_007_2.jpg

das Haus vom Maurermeister Evers

Im Winter 1900-01     wurde das neue Schulgebäude auf dem Schulberg vom Maurermeister Evers gebaut.

Eintrag in der I. Schulchronik:

Am 1.März 1910 mußte Hans Detlef Ruge erleben, dass das große Wohn- und Wirtschaftsgebäude abbrannte. Er war unterwegs mit der Bahn von Hohenwestedt kommend. Als er seinen Hof brennen sah, sprang er, als der Zug bei Osterhof schon langsamer fuhr, vom fahrenden Zug ab, konnte aber nichts mehr retten. Im gleichen Jahr baute die Fa. Evers, Beringstedt, das Wirtschaftsgebäude großzügig wieder auf (und das obwohl sie im gleichen Jahr auch den Bau der Schule in Lütjenwestedt zu leisten hatte).

Der Sohn:                                   ebenfalls Maurer (Bild)

 Hinrich Evers

 

 Evers Hinrich und Catharine für website

 

 Als Besitzer folgte:

                  Herr (?) John                   Er war schon etwas älter (Rentner), schwerhörig und Maurer von Beruf. Nach und nach renovierte er das Haus nach seinen Vorstellungen. Zu dieser Zeit gehörte das dahinter liegende Grundstück (heute Gras-Parkplatz vor dem Kindergarten) noch zum Haus. Hier hatten seine Hühner ihren Auslauf. Als er verstarb, kaufte Sanitär- und Heizungsbauer Mario Greve das Haus für seinen Sohn

                                               Christian Grewe

2021 wird das Haus umgebaut:

Steinbergstraße 13 a Steinbergstraße 13 c Steinbergstraße 13 d

Steinbergstraße 13 e Steinbergstraße 13 f

nun erstrahlt es in neuem Glanz

Steinbergstraße 13 g

 

 

...

Steinbergstraße 10

Oma von Rolf Kühl Alwine sein Vater Willi und Schwestern Gret                           Kühls Bäckerei

Dieses Bild wurde von Rolf Kühl zur Verfügung gestellt. Es zeigt seine Oma, seinen Vater Willi Kühl (*1914) und seine Tanten. Alwine Kühl mit ihren Kindern: Willi, Margarethe (später Butenschön) und Else (später Kurts). Margarethe (Grete) heiratete später Ernst Butenschön und übernahm mit ihm die Stellmacherei in der Alten Dorfstraße 4 (heute Lanz-Bulldog-Halle).

 

Hermann und Alwine Kühl hatten hier eine Bäckerei und einen Laden in dem sie Kolonialwaren verkauften. Privat wohnten sie im Nachbarhaus links daneben, Steinbergstr. 12.

Willi Kühl bekam später den alten Hof Sachau, Alte Dorfstr. 3. Sein Vater Hermann kaufte diesen Hof 1948/49.

In der Dorf- und Schulchronik wurde notiert (Oktober 1954), dass die Linden, die 1885 gepflanzt worden waren, mit der Motorsäge umgelegt wurden. 

 Postkarten 3 3

Am 1.11.1954 übernahm der Kaufmann Grelcke aus Lütjenwestedt das Kolonialwarengeschäft von Hermann Kühl. (Info aus der Dorf- und Schulchronik)

Im rechten Hausteil hatte der Bäcker und Konditormeister Alfred Schlüter ebenfalls seinen Laden und betrieb die dahinterliegende Backstube (2 Läden 1 Haus). Privat wohnte er auf dem Saar Haus Nr. 23/Ecke Heckenweg.

Ein Zeitungsartikel aus dem Mitteilungsblatt vom 25.9.1980 erzählt seine Geschichte:

für die hompage Bäcker Schlüter

Vorübergehend wohnte hier Familie Lucht zur Miete, gefolgt von Fam. Thiele.

Ab 1983 wohnt hier Familie Lindner.

Schmiedegang                           Die Schmiede Wensien

 

Aus den Aufzeichnungen, die Otto Bolln (*1900 in Beringstedt) geschrieben hat und im Beringstedter Archiv zu finden sind, sowie Ergänzungen mit Bildern und Informationen zur Haus- und Hofgeschichte von Peter Wensien, Dersau:

In dem damals noch pferdereichen Dorf Beringstedt gab es hinter dem Hof Kaltenbach, inmitten der feuchten Wiesen die Schmiede Wensien.

Vorgeschichte: Im Jahr 1740 war der Besitzer Hans Borgers.

Diesem folgte um 1800 der Besitzer Claus Timm. Claus Timm, der Jüngere (also Sohn), verkauft das Gebäude zum Abbruch und baut ein neues Haus, das jetzt Heinrich Wieben gehört

und der Hausplatz geht über in den Besitz von Johann Wensien. Der baut Haus und Schmiede.

SchmiedeWensienHausmitWerkstatt 4 bearbeitet für website

Südansicht. Im Gebäudeteil ganz rechts befindet sich die Schmiede mit dem dazugehörigen Schornstein.

In der Sackgasse gegenüber der alten Schule (Wiesengrund) wohnte um 1900 noch ein Johann Wensien. Als Kleinkätner besaß er eine Kuh und ein kleines Stück Land. (Eine Info aus dem Beringstedter Archiv).

Weiteres zur Vorgeschichte:

1739 wird im Taufregister von Schenefeld die Geburt des Johann Christoph genannt. Er ist unehelich geboren (am 2. März). Die Eltern sollen sich bei Tönning befinden. Trotz vielem Nachfragen ist der eigentliche Ort ihres Aufenthalts nicht in Erfahrung gebracht worden. Dieses Kind ist der Witwe des August Königs in Beringstedt zur Betreuung ins Haus gebracht worden. (Als Gevatter -Paten- dieses Täuflings werden genannt: Samuel Maschmann, wohnhaft in Beringstedt, itzo zu Norder Hattstedt (Nordhastedt) wohnend, Hans Sierck aus Fahl (Vaale) und Claus Ott zu Beringstedt.) Dazu steht in einer Anmerkung geschrieben: Das Kind soll später den Namen Butendörp erhalten, weil es außerhalb des Dorfes geboren wurde.

Einhundert Jahre später wird, lt. Taufregister Schenefeld, ein Mädchen namens Elsabe getauft (am 23.12.1835) mit dem Geburtsdatum 07.12.1835. Eheliche Tochter des Hinrich Butendorf und Frau Margarethe, geb. Wensien. Drei Jahre später wird 1838 ein zweites Kind geboren und getauft: Johann Hinrich (*12.3.1838). Dieser Johann Hinrich Butendorf wird später Butterträger, Hausierer und auch Brautwerber (Heiratsvermittler). Als Pate wird, neben 2 Anderen, Peter Wensien genannt.

 

Dieser Peter Wensien, Schmied und Kätner, war der Vater vom nachfolgenden Claus Wensien.

Im Eck 1                                          -Tischlerei Rubien-

 

1870  Reimer Gloy                   Tischler. Seine Tochter Marieken heiratet den Tischlergesellen                                                               

Christian Rubien          Im Jahr 1889 brannte das Haus durch Blitzeinschlag ab und wurde wieder neu aufgebaut.

Eltern von Hans Rubien bearbeitet

                Bild oben: Marieken und Christian Rubien an ihrem 50. Hochzeitstag (Goldene Hochzeit)

Kinder: Hans *1893 (Tischler, Zimmermann), Reimer (Tischler), Markus (Uhrmacher), Hannes und Anna

 Familienfoto Rubien Hochzeit

Familienfoto von der Hochzeit des Uhrmachers Markus Rubien, rechts neben ihm sein Vater Christian Rubien. Gemeinsam mit seiner Frau Christine betreibt Markus Rubien ein Uhrmacher-Geschäft in der Steinbergstraße 1. Links neben der Braut sitzt Oma Rubien, sie stammt vom Gut Warringholz

 

Nachfolger in der Tischlerei wird der Sohn

                Reimer Rubien              Tischlergeselle. Er verstarb früh im Jahr 1934.

In der Tischlerei übernahm dann der Bruder Hans Rubien einige Arbeiten, dies jedoch mehr nebenbei, denn er arbeitete auch anderweitig (siehe: In der Marsch 12).

Als Hausbesitzerin folgt die Tochter von Reimer Rubien

                Annemarie Rubien    *1925 +2017

 Annemarie Rubien Schulbild 600dpi.fertig

Annemarie Rubien in der Schule Beringstedt

Bild unten: Für die vorbeiziehenden Boßeler gibt Annemarie Rubien (rechts) vor ihrem Haus `einen aus´.

 Boßeln 1986 Annemarie Rubien gibt einen aus

 

Zwei Jahre nach der Gründung des Gemischten Chores (zuvor Männergesangverein) trat Annemarie Rubien diesem als aktive Sängerin bei und wurde im Jahr 2008 für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft auf der 100-Jahrfeier des Chores dafür geehrt.

Im Alter von 92 Jahren verstarb sie im Jahr 2017.

 

 Im Okt. 2021 findet Ingrid Martens bei der Durchsicht alter Unterlagen diese alte Rechnung von der Tischlerei aus dem Jahr 1918:

Tischlermeister Chr. Rubien Rg von 1918 für website          Annemarie Rubien für website

 

 

...

Saar 24         Baum und Rosenschule Lamprecht

 

Das Haus liegt auf dem höchsten Punkt von Beringstedt, 31,4 m über NN.

 

  für website Saar mit Baumschule Lamprecht                       Helene Schwester Maria Wilhelm 2 und Margarethe   

Baujahr 1907/08

Bild oben rechts: Kinder: Otto Lamprecht mit Schwester Magarete, Tante Helene und Mutter Marie. Dieses Bild ist kurz vor dem 1. Weltkrieges entstanden und wurde, ebenso wie die folgenden Bilder von der Familie Lamprecht zur Verfügung gestellt.

Vorgeschichte:

Der Gründer der Baum- und Rosenschule Wilhelm Christian Friedrich Lamprecht wird 1882 in Hamburg Altona geboren. Seine Eltern wandern ca. 1890 aus in die USA. Auf der Überfahrt dorthin stirbt die Mutter. Nach ca. 2 Jahren kehrt der Vater mit seinen 2 Kindern zurück nach Deutschland. Auf der Rückfahrt verstirbt auch er und so kommen Wilhelm Chr.Fr. Lamprecht und seine Schwester als Vollwaisen zurück nach Deutschland.

In Aukrug macht W.Chr.Fr. Lamprecht eine Lehre zum Gärtner. Hier lernt er seine Frau Marie (*1884 in Innien, Aukrug, geb. Wittmack, +1954) kennen. Sie heiraten in Aukrug. Bei der Suche nach einem eigenen Stück Land werden sie 1907 in Beringstedt fündig und kaufen von der Familie Hadenfeldt ½ Hektar auf dem Saar. Bis das Wohnhaus (Neubau) fertiggestellt ist, wohnen sie in der Reetdachkate vom Hof Wendell (Am Ehrenmal). Dann beginnen sie mit dem Aufbau einer Baum- und Rosenschule.

Im 1. Weltkrieg muss auch W.Chr.Fr. Lamprecht seinen Beitrag als Soldat leisten und bezahlt diesen Einsatz mit dem Verlust eines Beines. Trotzdem schafft er es, gemeinsam mit seiner Frau, hier eine Existenz aufzubauen.    

Lamprecht Wilhelm 1 und Maria

Wie mühsam es damals zuging, kann man dem Bericht seines Sohnes Wilhelm Otto Hans Lamprecht (*1908) entnehmen:

Das Jahr 1908 war bereits begonnen, wie am 1. April meine Eltern das neue Wohnhaus auf dem Saar bezogen. Während des Bauens weilten sie im Hilfsheim in Herrn Wendells Kate. Anfangs gehörte zu dem Baugrundstück ½ Hektar Land. Im Schweiße ihres Angesichts haben sie bei der Bearbeitung des wilden Ackerlandes manche Stunde zugebracht. Es hieß nicht nur säen und ernten, sondern der Boden mußte dazu vorbereitet werden. Zunächst mußte der lehm- und steinreiche Boden Stück für Stück vorgenommen werden. Natürlich durfte bei solcher Arbeit kein Dung fehlen. Quecke und Steine waren in Hülle und Fülle vorhanden, aber von Zeit zu Zeit verschwanden mehr und mehr beide Teile. Hoch türmte sich von Tag zu Tag der große Komposthaufen, welcher dann später als Dünger wiederverwendet werden konnte. Nun mußte für die Anschaffung von Jungpflanzen und Treibbeete gesorgt werden. Aus dem nahen Gehölz wurde Holz gekauft, welches zu Brettern gesägt wurde zum Bau neuer Mistbeetkästen, und alsdann rollten mit der Bahn die neu gefertigten Fenster an. Danach konnten alle Beete mit schönem Pferdedung gefüllt und die verschiedensten Sämereien konnten gesät werden. Daraus konnten meine Eltern die ersten Einnahmen machen. Aber doch ist Gärtnerei ein schwerer Anfang, weil Jahre vergehen, bis die meisten Pflanzen verkaufsfähig sind. Auch ist´s für einen jungen Anfänger schwer, die erste Kundschaft zu bekommen. Darum hieß es, sehr gute Ware zu züchten, um feste Abnehmer zu gewinnen. Die Hauptzucht bestand aus Rosen, Obst und Wildlingen, welche größtenteils zum Versand kamen. Ein kleiner Rest konnte hier verkauft werden. Das übrige Stück Land diente zu häuslichen Zwecken. Durch immer größer werdenden Absatz wurde die Fläche bald zu klein, und meine Eltern kauften einen weiteren Hektar von der Koppel zu. Bald konnten nach der Bearbeitung des Bodens ganze Stücke mit Rosen bepflanzt werden, weil dieses auch das Hauptgeschäft sein sollte. Durch den Ankauf des Landes waren die Stallungen bald zu klein, und es wurde ein größerer Stall und eine Diele angebaut im Jahr 1910. Die Stallungen sollten den Dünger liefern, und die Diele mußte als Packraum im Herbst benutzt werden. Denn so mancher Ballen ging in die weite Welt hinaus. So waren die Hauptabsatzgebiete in Süddeutschland, zum Teil in Dänemark, Österreich, Russland und sogar in Ägypten, denn Holstein ist das reichste Baum- und Rosenschulgebiet.

Gerade als meine Eltern immer mehr Rosenstücke in Betrieb legten, kam das Jahr 1914 heran, und dieses brachte nichts Gutes. Mein Vater musste von dem Betrieb ab und gegen den Feind ziehen. Da nun gleich nicht volle Arbeitskraft da war, ging der gärtnerische Betrieb immer mehr zurück und vieles wurde zu Ackerland benutzt. Gleich zu Anfang stockte der Absatz, denn niemand kaufte mehr etwas bei der schweren Zeit. Bald fehlte auch die Einfriedung, und schwer war neues Material zu beschaffen. Der Draht wurde schlecht und die Hasen und Kaninchen im Garten richteten großen Schaden an. Jeder beste Baum, der ihnen im Weg stand wurde angenagt und kam dem Verdorren näher. Durch diesen Schaden konnten keine großen Einnahmen mehr gemacht werden. So mußte die Arbeit dann von neuem beginnen. Sogar am Tag war man nicht sicher vor den Hasen und Kaninchen im Garten. Wie nun endlich der Weltkrieg aufhörte, lag alles im zurückgekommen Zustand. Um alle Arbeit wieder richtig herzustellen, wurde ein Gehilfe in den Betrieb eingesetzt. Bald begann auch schon die Geldentwertung und infolge wurde das Geschäft immer flauer und kam zum zweiten Mal ins Wanken. Zum Beispiel setzte man beim Kranzbinden beinahe Geld zu, denn der Preis für Blumendraht stieg von Tag zu Tag. Gerade zur rechten Zeit, eben vor der Geldentwertung, wurde ein Treibhaus angelegt, klein nur, aber sehr nützlich. Denn so allmählich überstanden wir die schlechten Zeiten, und endlich wurde das Geld feststehend. Alles konnte nun wieder besser in Ordnung gesetzt werden. Zunächst wird tüchtig mit Hilfe von Kunstdünger und anderem Dung gearbeitet. Immer mehr Land wird zu gärtnerischem Zweck benutzt. Obgleich auch noch etliche Stücke mit Getreide und Kartoffeln bebaut werden, um uns einen Teil der Lebensmittel zu liefern. Auch ist in dieser Zeit eine Kuh angeschafft worden, um Milch für den Lebensunterhalt und Dung für das Land zu gewinnen. So wie meine Eltern in ihrem Betrieb gewirkt haben und versuchten ihn von Jahr zu Jahr zu verbessern, ist es unsre Pflicht, da wir jetzt die Schule verlassen, nach bestem Können mitzuhelfen.

ein Schulaufsatz geschrieben von Otto Lamprecht, 05.06. 1924 (16 Jahre alt)

Konfirmation Wilhelm 2 Lamprecht

Konfirmation 1924 in Todenbüttel, vordere Reihe 2. v. r.: Wilhelm Otto Lamprecht          

 

Nach und nach werden weitere Grundstücke dazugekauft und die Baum- und Rosenschule vergrößert sich. Dazu gehört auch das Haus, Saar 8 (heute -2020- Feitkenhauer). Hier verbringt Wilhelm Chr. Fr. Lamprecht später seinen Lebensabend. Er stirbt 1956. Seine Frau Marie bereits 1954.

Steinbergstraße 8

 Haus MW Voss0002 Bildgroesse verkleinert

Die Bilder wurden freundlicherweise von Max Walter Voß zur Verfügung gestellt. Links neben dem Haus stand einst ein großer Kirschbaum.

Baujahr 1882    Dieses Datum stand in dem weißen Feld über der Haustür

1. Besitzer war der Schuster Hinrich Raabe. Ob er der Bauherr war ist nicht bekannt, nur dass er im südlichen Teil eine kleine Schusterwerkstatt hatte und es dort einst ein größeres Schaufenster gegeben hat. Dieser Teil des Hauses ist wohl nachträglich angebaut/erweitert worden, was sich am Dach erkennen läßt.

Saar 2                  Familie Dallmeyer und ihre Holzschuhmacherei

Dierk Dallmeyer heiratet 1897 Anna Koll aus Lütjenwestedt. Im November 1907 zog das Paar nach Beringstedt und mietete die Kate (Am Ehrenmal) auf dem Hof Wendell. Hierzu existiert noch der Original-Mietvertrag (siehe Anhang am Schluß dieser Hausgeschichte).

 Haus Saar 2

Dieses Bild und auch die nachfolgenden Bilder wurden von Brigitte und Günther Dallmeyer zur Verfügung gestellt.

Im Jahr 1909 wurde dann dieses Haus im (heutigen) Saar 2 gebaut. Das Ehepaar hatte 5 Kinder: Johannes *1899, Hans, Marha, Johann und Heinrich (auf dem obigen Bild ist Heinrich noch nicht dabei, weil er später geboren ist). Hier begann

Dierk Dallmeyer         mit der Holzschuhmacherei. Er starb 1945 in Beringstedt. Seine Frau Anna starb im Alter von 89 Jahren 1964 in Beringstedt. Nach dem Tod des Vaters übernahmen die Söhne Johannes und Hans die Holzschuhmacherei. Hans Dallmeyer hörte auf und

Johannes Dallmeyer    führte den Betrieb weiter. Er heiratete 1925 Dorothea (*1903), geb. Hansen aus Lütjenwestedt.

In dieser Zeit wurde das Dachgeschoß ausgebaut. Sie haben 5 Kinder: Anne *1927, Martha *1930 (sie starb mit 3 Jahren), Irene *1932, Günther *1938 und Kurt *1942.

 Bei der Arbeit

Am Ende vom Birkenweg gab es ab 1901 eine Dampfsägerei.

 

In der 1. Schulchronik von 1884 bis 1928 gibt es für das Jahr 1901 auf Seite 46 folgenden Eintrag:

Im Laufe des Sommers entwickelte sich hierorts eine rege Bautätigkeit der Kornhändler J. Voß führte einen Neubau aus in der Nähe des Bahnhofes. Das Grundstück hatte er von dem Landmann E. Lucht käuflich erworben für 5.800 Mark. Desgleichen erbaute der Holzhändler W. Repenning ein Wohngebäude und seine Dampfsägerei nördlich der Bahn. Der Maurer E. Kroll erbaute auf dem Saar 2 neue Katen, zu welchen er das zum Abbruch verkaufte alte Bahnhofsgebäude vermauerte, das er für den Preis von 540 Mark käuflich erwarb. M. Voß erweitert sein Viehhaus. C. Ott ließ ein neues Viehhaus ausführen. In dem alten Schulhaus, das Gastwirt E. Voß (Steinbergstr., später Lenschow) für 2000 Mark käuflich erstand, wurden 3 Familienwohnungen eingerichtet und vermietet.

Dampfsägerei Birkenweg    hiervon gibt es nur zwei alte Postkarten-Bildausschnitte:

Dampfsägerei 1905   

Geblieben ist hiervon nur noch diese Bild auf einer alten Postkarte und hier auch nur in einer kleinen Abbildung (die gesamte Postkarte siehe: Bilder aus alten Zeiten).

Ausschnitt 8

In die erste Schulchronik (1884-1928) wurde im März 1923 folgender Eintrag geschrieben (von Lehrer Göttsche):          

Der Sägereibesitzer Herr Stühmer schenkte der Schule etwa 12 qm Bretter zu einem Schulschrank. (zuvor hatte der Lehrer beim Gemeinderat einen Schrank beantrag, dieser Antrag wurde abgelehnt; 50:50 Stimmen).

 Bahnhof mit Dampfsägerei 2

Links im Bild sieht man den Schornstein der Sägerei. Sie stand sehr dicht an den Verlade-Gleisen.

 

Einträge in der Dorf- und Schulchronik (1929-1964):

Der Kriegsinvalide Jakobsen hatte einige Jahre die Sägerei in Besitz. Er machte Konkurs und zog nun nach Hamburg. Die Sägerei gehörte nun der Bank.

Die Sägerei wurde am 14.11.1929 verkauft. Der neue Besitzer Harbs zog am 5.11. in die Sägerei ein.         (Schreibfehler: es müßte Harms heißen)    

 

12.3.1930            Die Maschinen der Sägerei sind verkauft worden. Sie werden heute verschickt.

02.06.1930          Der Schornstein der Sägerei ist am Sonntag, den 1.6. niedergelegt worden.

August 1930        Auf der Sägerei war eine Auktion von abgebrochenem Baumaterial. Die Beringstedter Sägerei war also einmal.

25.8.1930            Dr. med. Struck ist in das Privathaus der Sägerei eingezogen. Er heiratete im April 1931 Frl. Elfriede Holling aus Puls. 

Ein Jahr zuvor, schreibt ein Schüler folgendes in die Dorf- und Schulchronik:

Am 9.7.1929 ereignete sich in unserem Dorfe ein großes Unglück. Ehler Ruge ging mit seinem Freunde Dr. med. Struck zum Scheibenstand, um hier eine Flinte einzuschießen. Sie gingen unter munterem Gespräch hin. Wie sie beim Scheibenstand angelangt waren, verabredeten sie sich etwas. Ehler Ruge ging oben nach der Scheibe, um sie aufzustellen. Nun stellte Herr Ruge die Scheibe auf. Als sie noch nicht ordentlich stand, ging er hinter die Scheibe um sie an das Dach zu lehnen. Ob er vorher gewinkt hatte, ist nicht bekannt. Da gab Dr. Struck den Schuß ab und die Kugel traf Herrn Ruge in den Leib. Der Arzt lief nach Herrn Ruge. Als er das Unglück sah, lief er in das Dorf, zuerst nach K. Wieben, dann zu meinem Vater (Hans Wendell). Mein Vater lief gleich nach der Unglücksstelle. Herr Ruge hatte keine Schmerzen. Mein Vater hatte noch sehr lange mit ihm gesprochen. Einige Leute holten die Krankenbahre von der Bahn. Wie sie kamen, legten sie ihn hinein und trugen ihn aus der Kuhle. Oben war Dr. Struck schon mit den Verbandsstoffen und Herr Ruge wurde verbunden.  Vorher hatte er noch mit seinem Sohn Walter gesprochen und zu diesem gesagt: „Hole deine Mutter! Einen Augenblick darauf trugen ihn einige Männer nach Hause. Als sie bei Schütt waren, starb Herr Ruge. (gez. H. Wendell)

1935                    zieht Dr. Struck in das Haus der Lehrerwitwe Lipp.

  

Hof Jakob Holm

Ein Bild aus späterer Zeit (ca. 1950, vom Bahnhof aus fotografiert) zeigt keinen Schornstein mehr.  Links daneben der einstige Hof von Hans-Jacob und Käthe Holm.

Das obige Bild wurde von Anke Biguss, Hohenwestedt, zur Verfügung gestellt. Es ist jedoch nur ein kleiner Ausschnitt eines eigentlich größeren Fotos aus dem Familienarchiv. Die Großeltern (Stolley) von Anke B., geb. Meyer, wohnten einst im Bahnhofsgebäude.

Birkenweg

Johannes Jakob Fritz Harms      geboren in Hamburg, Schlachtermeister. Sein Vater Jakob Harms kauft das Grundstück mit Haus für seinen Sohn Fritz. Im Kaufvertrag steht, dass auch der auf dem Grunstück befindliche Kran (im Wert von 500 RM) mit verkauft wird. Dieser diente wohl seinerzeit zum Verladen von Holz.  Grundstück 43

verheiratet 1918 mit                     Elsa Sophie *1899, geb. Ott  (Zwillingsschwester zu Jürgen Peter Ott, siehe Bahnhofs-Gaststätte)

Sie wohnten zunächst in Hamburg und hatten hier 2 Schlachtereien, die dann verkauft wurden. 1929 kamen sie nach Beringstedt. Fritz Harms sattelte um und wurde Viehhändler. So kam es, dass Elsa Harms, für damalige Zeiten noch ungewöhnlich, bereits 1926 einen Führerschein machte, um auch den Wagen fahren zu können. Ansonsten kümmerte sie sich um den Haushalt und den einzigen Sohn, Waldemar (später wohnhaft in Meldorf).

Diese Bilder wurden 2022 von Dörte Westphalen (Enkelin von Elsa Harms) zur Verfügung gestellt:

HausHarmsBirkenweg 2

        

Im Haus gab es eine Einliegerwohnung, die vermietet wurde. In der Nachkriegszeit waren auch hier Flüchtlinge untergebracht. Zu den Mietern sind heute noch folgende Namen bekannt: ein älteres Ehepaar, dann ein Frl. Broscheit, Kästner, und die Witwe Helmi Schößler mit ihren beiden Kindern.

Harms Birkenweg 2    Harms Birkenweg 3

 

1983     Das Haus wurde verkauft an eine Haus-Gemeinschaft. Diese löste sich später auf.

Elsa Sophie Harms, geb. Ott, zog zu ihrem Sohn nach Meldorf. Hier verbrachte sie ihren Lebensabend und hatte nach ihrem 100. Geburtstag eine kleine Sensation vollbracht, weil sie in ihrem Leben zwei Jahrhundertwechsel (1900 und 2000) erlebt hat. Sie starb im Jahr 2001.

Dieter Fuchs und seine Frau Marion Buchholz-Fuchs werden die neuen Besitzer.

Auf dem Grundstück gibt es heute ein 2. Wohnhaus. Dieses war bis 2001 ein Stallgebäude, Garage und Werkstatt und wurde dann zu einem Wohnhaus umgebaut.

Marion Buchholz-Fuchs ist ausgebildete Anästhesistin und Intensivmedizinerin und war von 1993 bis 2005 im ärztlichen Notdienst eingebunden, so daß im Haus Praxisräume eingerichtet wurden.

Heute verleben sie hier ihren Ruhestand.

 

 

................................................... Es gab noch eine zweiter Sägerei  .............................................

Rolf Kühl erzählte, dass es im Pfennigkrug auch eine Sägerei gegeben hat. Sie war auf der heutigen Weide vor dem Haus, das hinter der Schlachterei und dem Waldstück auf der linker Seite steht.

Hierzu hat Herr Marxen folgendes ergänzt: Besitzer war Willi Voß. Er wohnte fast gegenüber im letzten Todenbütteler Haus (heute Hundezucht `Lübsche Trade´). Ihm gehörte auch eine Waldparzelle am Ziegeleiweg, rechts (2,06 ha)

Pfennigkrug 1 2 und 3

Das Grundstück 3 gehörte Willi Voß 

 

 

...

 

 

Die ehemalige Fischzuchtanstalt von Beringstedt

Hausbild mit BrückeEin kleiner Ausschnitt einer alten Postkarte

Auf diesem Bild ist im Hintergrund die ehemalige Brücke über die Bahnstrecke ganz schwach zu erkennen.

  

Reiherstieg 1

1877     Erste Erwähnung in der Grundsteuerrolle des Landesarchivs.

Eine starke Quelle in der Nähe war zu einem Teich auf einer Waldwiese aufgestaut worden.

Grundstückbesitzer Jürgen Hadenfeldt (*1858) gründete hier eine Fischzuchtanstalt. Viele kleinere Zuchtteiche werden angelegt und sämtliche Fische werden in freiem Wasser aufgezogen.

Ansicht ca. 1910

Hausbild 1910  

Hausbild 1966 

Ansicht ca.1962/66

                                                                             

1904 evtl. etwas früher, wurde das Wohnhaus mit Fischkeller gebaut. Später auch als `Fischerhaus´ und `Beringstedt, Haus No. 80´ bezeichnet und in alten Unterlagen geführt.

1906    H. Ernsting ist Pächter dieser Fischzucht. Er ist 1906 Aussteller auf der Weltausstellung in Mailand und präsentiert hier neben seinen präparierten Fischen auch eine Reihe `schädlicher´ Wassertiere. Jürgen Hadenfeldt (Landmann und Fischzüchter) wird hier als Mitarbeiter benannt.

Im Bericht zum Bahnhof von Beringstedt kann man nachlesen, dass am Bahnhof oft Fische für den Fischzuchtbetrieb angeliefert wurden.

Hans Greve baute dieses Wohnhaus mit der danebenliegenden Schmiede an der Chaussee, nachdem er das Grundstück zuvor von Ehler Holm gekauft hatte. Sein Vater Hinrich Greve war ebenfalls Schmied. Er wohnte zuvor in der Räucherkate im Wischhof. Seine Frau hieß Gretchen, geb. Bolln (eine Tante von Otto Bolln, der diese Fakten aufgeschrieben hat).

Vor dem Haus standen einst mehrere Eichen, die gemäß eines Eintrags in der Dorf- und Schulchronik im Jahr 1882 gepflanzt wurden.

Auch das Haus nebenan, Steinbergstr. 16, gehörte zum Familienbesitz. Hier bei Hinrich Greve befand sich, bis zum Neubau vom Haus Herbert Jürß, die Spar- und Darlehenskasse. Zeitlebens wohnte hier auch seine ledigeTochter Anni Greve.

Die Schmiede Greve war, neben der Schmiede Wensien, maßgeblich am Ausbau der Wasserleitungen für die Wasserversorgung der einzelnen Haushalte in Beringstedt beteiligt, nachdem sich im Jahr 1914 die Wassergenossenschaft in Beringstedt gegründet hatte.

Kinderfest mit Lehrer Ehlers 2  Haus und Schmiede

Dieses Bild wurde von Familie Lamprecht zur Verfügung gestellt. Im Hintergrund ist die heute längst abgerissene Schmiede zu sehen mit dem Haus Greve nebenan. Es entstand Anfang der 1950er Jahre beim Umzug Kinderfest. Ganz links im Bild der junge Wilhelm Lamprecht, ganz rechts. Lehrer Wächtler.

Nächster Besitzer wird sein Sohn

Hermann Greve  *1908, verheiratet mit Martha *1909, geb. Soltwedel, aus Hohenhörn. Sie bleiben kinderlos. Hermann Greve war Kontrolleur der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Die Schmiede wurde verpachtet an Otto Groth. Privat wohnte dieser zur Mieter im Haus Saar 23. Nachdem dieser 1956 verstarb, wurde die Schmiede abgerissen (siehe Bild oben) und an ihre Stelle eine Garage gebaut.

 

Von 1951 – 1969 ist Herman Greve Bürgermeister in Beringstedt. In diese Zeit als fällt 1965 die Eröffnung des Freibades auf dem Schulberg. Wegen seiner Menschlichkeit war er sehr beliebt und kam mit seinem freundlichen Wesen gut an bei den Beringstedtern.

 Martha u Hermann Greve

Dieses Foto von der Silberhochzeit wurde von Fam. Haack, Holstenniendorf, zur Verfügung gestellt.

Als Untermieter wohnte Lothar Meller mit im Haus, in einem Zimmer mit eigenem Eingang (2. Tür rechts). Er hatte hier kein eigenes Bad/WC, deshalb ging er zum Waschen/Duschen den Schulberg hinauf, wo er beim Freibad die Möglichkeit hatte zu duschen. Dies war noch bis ca. 1983/84 so, dann zog er in die Gemeindewohnung neben der Feuerwehr (heute Schulungsraum der Feuerwehr), die zuvor von Frau Köhler bewohnt worden war. Er arbeitete bis zur Pensionierung beim Passamt in Hohenwestedt (Amt Hohenwestedt-Land, damals noch gelegen beim Bahnhof in Hwst.). Er fuhr täglich mit der Bahn zur Arbeit. Sein Hobby war das Fahrradfahren. Am Wochenende machte er oft weitere Touren in die Umgebung, wo er dann in den ansässigen Lokalitäten gerne Pause machte.

Im Jahr 1967 stirbt Hermann Greve. Als Martha im hohen Alter von ca. 90 Jahren nicht mehr allein leben konnte/wollte zog sie zu ihren nächsten Anverwandten nach Holstenniendorf und wurde hier für ca. 6 Jahre gepflegt und umsorgt. Sie verstarb im hohen Alter von fast 97 Jahren und wurde in Wacken beerdigt.

Die Erben von `Tante Martha´ lassen das Haus renovieren: neue Heizung, Bad u. WC, teilweise neue Fußböden etc. und vermieten an: Ina Eckhoff (ca. 3 – 4 Jahre) und später an Florian Voß mit Familie.

2015     wird das Haus verkauft an           Chr. Holst